Holcim stellte neue Prepol-Brennkammer zum Einsatz von Ersatzbrennstoffen vor

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Leitstand im Holcim-Zementwerk (Foto: bvse)

Bonn — Das Innovationsprojekt Prepol SC wurde am 10. Februar 2014 vom Baustoffkonzern Holcim offiziell in Betrieb genommen. Prepol SC steht für die englische Bezeichnung “Precalciner Polysius Step Combuster”. Das Projekt stand nun im Mittelpunkt eines mehrstündigen Informations- und Meinungsaustausches zwischen einer von Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock angeführten bvse-Delegation aus den Landesverbänden Hamburg und Schleswig-Holstein sowie der Werksführung des Holcim-Standortes in Lägerdorf.

Wie Werkleiter Morten Holpert in seiner Präsentation erläuterte, ermöglicht eine spezielle Brennkammer die Verbrennung grobstückiger, nicht flugfähiger Ersatzbrennstoffe (EBS) im Ofenprozess. Holpert: „Das ist für Holcim ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Einsatz von 100 Prozent Ersatzbrennstoffen.“ Mit den bereits umgesetzten und den geplanten Maßnahmen stellt die Werksleitung so sicher, dass Zement auch zukünftig umweltverträglich, schadlos und auf höchstem technischen Niveau produziert werden kann.

Regelmäßige analytische Überwachung

Tanja Freiburg vom Holcim Geschäftsbereich Geocycle erläuterte, dass Geocycle dafür sorge, dass in den energieintensiven Zementwerken der Holcim (Deutschland) AG in Lägerdorf und Höver Abfälle aus Kommunen oder Industriebetrieben zu alternativen Roh- und Brennstoffen werden. Tanja Freiburg: „Geocycle ist als Schnittstelle zwischen Kunde und Ofenbetrieb auch dafür verantwortlich, dass die eingesetzten Stoffe prozessbedingte Qualitätsanforderungen erfüllen. Wir legen daher höchsten Wert auf eine regelmäßige analytische Überwachung, die neben genehmigungs- und umweltrelevanten Aspekten auch die produktspezifischen Parameter für die Zementproduktion berücksichtigt.“

Für Hartmut Schön, bvse-Landesvorsitzender von Schleswig-Holstein, ist der „hohe technische Sachverstand“, mit dem die Neuerungen am Standort Lägerdorf realisiert worden sind, „enorm beeindruckend“. Das Ergebnis dieser Investitionen kann sich in der Tat sehen lassen.

Brennkammer-Einbau dauerte  mehrere Monate

Das planungsintensive Vorhaben realisiertenExperten und Fachkräfte, inklusive Automatisierern, Anlagenplanern, Prozesstechnikern und Ingenieuren innerhalb von drei Jahren. Die eigentliche Installation der Anlage startete Anfang 2013: Es wurde eine Lagerhalle errichtet, von wo aus das Brennmaterial über ein geschlossenes Förderband zum Vorwärmerturm transportiert wird. Der Einbau der Prepol-Brennkammer betrug mehrere Monate und fand 2013 während und nach der jährlichen Ofengrundreparatur im Werk statt. Die neue Brennkammer befindet sich auf knapp halber Höhe im Vorwärmerturm. In den letzten Monaten liefen intensive Vorbereitungen, um den reibungslosen Anschluss der neuen Anlagentechnik an das bestehende System zu gewährleisten. Dazu zählten unter anderem die sogenannte Kalt-Inbetriebnahme und eine intensive Schulung der Produktionsmitarbeiter.

Umweltschutz hat hohe Priorität

Arne Grewe, bvse-Landesvorsitzender von Hamburg: „Positiv sehe ich, dass die Emissionen durch den Prepol-Betrieb nicht gestiegen sind. Die Stickoxide sind sogar geringer geworden, und es ist weniger Energie zur Aufbereitung der Abfälle notwendig.“

Umweltschutz, das zeigte sich auch bei der Werksbesichtigung, hat bei Holcim eine hohe Priorität. Das Unternehmen setzt dabei weiterhin auf den offenen, sachlichen Dialog und verantwortliches Handeln. „Wir haben uns über den Besuch der bvse-Delegation sehr gefreut, denn wir sind auf zuverlässige Ersatzbrennstofflieferanten angewiesen. Es war uns darüber hinaus ein besonderes Anliegen zeigen zu können, dass wir bei unserem Innovationsprojekt einen nachhaltigen Beitrag zur Ressourcenschonung und zur Minderung von CO2-Emissionen leisten und wir mit dem Einsatz einer geeigneten Filtertechnologie auch die gesetzlichen Grenzwerte sicher einhalten“, erklärte Werkleiter Morten Holpert.

Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.