„R-Bau“ erstellt verwertungsorientierten Rückbau-Katalog für Baurestmassen

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Abriss (Foto: ©Markus Vogelbacher /http://www.pixelio.de)

Villach, Wien — Die Ressourcen Management Agentur (RMA) hat gemeinsam mit der Österreichische Energieagentur (AEA) den Zuschlag für das Projekt „R-Bau“ erhalten. Das Akronym „R-Bau“ steht für „Entwicklung einer praxisorientierten replizierbaren Rückbaustrategie zur Forcierung des verwertungsorientierten Rückbaus im Wohnbau“. Das Projekt wurde beim FFG – Call Stadt der Zukunft im Ausschreibungsschwerpunkt Energie- und ressourcenorientierte Stadtplanung eingereicht.

Ziel des Projekts „R-Bau“ ist es, unter Einbindung von Wohnbauträgern, mithilfe von repräsentativen Gebäudemodellen einen Rückbaukatalog mit Handlungsanweisungen für eine ressourcenschonende und kostenoptimale Verwertung anfallender Baurestmassen zu erstellt. Die Erkenntnisse aus dem Projekt liefern einen wichtigen Beitrag im Hinblick auf Recycling von Baustoffen und Bauteilen sowie die Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse auf den Entwurf, die Planung und die Errichtung von neuen Wohnbauten. Durch das Projekt „R-Bau“ wird ein wesentlicher Beitrag geliefert, um gemeinsam mit betroffenen Akteuren den verwertungsorientierten Rückbau im Wohnbau in Österreich als Stand der Technik zu etablieren und so ein Vorbild für die weiteren Bereiche des Hochbaus zu schaffen.

Gegenwärtig kann davon ausgegangen werden, dass bei Abbruch- und Sanierungstätigkeiten im Hochbau der verwertungsorientierte Rückbau eine untergeordnete Rolle spielt. In der Regel wird der Abbruch von Bauwerken pauschal ausgeschrieben und abgerechnet. Darunter leidet die Qualität der anfallenden Abfälle (v.a. mineralischer Bauschutt), die meist (ca. 40 bis 60 %) kostenintensiv deponiert oder unkontrolliert abgelagert werden. Im Projekt „R-Bau“ werden speziell Wohnbauträger angesprochen. In Österreich existieren knapp 200 gemeinnützige Wohnbauträger, die ca. 850.000 Wohneinheiten verwalten (ca. ¼ des gesamten österreichischen Wohnungsbestandes). Dabei handelt es sich um Multiplikatoren, die die Ergebnisse und Erkenntnisse des Projektes weitertragen werden.

Als Grundvoraussetzung der nachhaltigen Nutzung von Baurestmassen ist ein Paradigmenwechsel bei der Durchführung von Abbrüchen notwendig. Die Demolierung muss vom verwertungsorientierten Rückbau als Stand der Technik abgelöst werden. Teil dieses verwertungsorientierten Rückbaus ist ein vorgelagertes Abbruchkonzept und eine vor Abbruchtätigkeiten durchgeführten Schad- und Störstofferkundung. Wobei die Schad- und Störstoffe identifiziert und ausgeschleust werden, um vor allem die mineralischen Baurestmassen in möglichst hoher Reinheit zu erhalten. Die Schadstoffarmut und der Reinheitsgrad der mineralischen Baurestmassen steht in direktem Zusammenhang mit den Möglichkeiten des Einsatzes als Sekundärbaustoff.

Durch das Projekt „R-Bau“ wird ein wesentlicher Beitrag geleistet, den verwertungsorientierten Rückbau im Wohnbau in Österreich als Stand der Technik zu etablieren. Die Projektergebnisse ermöglichen es den Wohnbauträger, den Rückbau optimiert und kosteneffizient durchzuführen und Erkenntnisse für den Neubau zu gewinnen. Die Berücksichtigung der Ergebnisse wird zukünftig den Rückbau von Wohnbauten erleichtern. Dadurch werden Ressourcen nachhaltig geschont und die geforderten Recyclingquoten auch durch den Hochbau erfüllt und der Lebenszyklusgedanken (siehe: Abbildung 3) im Bauwesen implementiert.

Weitere Informationen unter rma.at.

Quelle: Ressourcen Management Agentur (Verein und GmbH)