Institut für Seltene Erden und Metalle befürchtet Rohstoff-Krise in Fernost

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Quelle: Institut für Seltene Erden und Metalle e.V.
Düsseldorf — Japans Premierminister Shinzo Abe hat die aktuelle Situation zwischen China und Japan diese Woche mit der englisch-deutschen Beziehung vor dem ersten Weltkrieg verglichen. Seiner Meinung nach waren die beiden Länder „enge Handelspartner, so wie China und Japan heute. Globalisierungs- und Demokratiefreunde haben lange Zeit gepredigt, dass ein Ausbau des grenzüberschreitenden Handels und Investments in den Partnerländern die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Krieges reduziert.“ 

Seine Worte haben sicherlich einen gewissen Wahrheitsgehalt, doch beunruhigend ist, dass offen eine Wahrscheinlichkeit eines kommenden Krieges zwischen der zweit- und der dritt-größten Volkswirtschaft der Welt ausgesprochen und von niemanden diskutiert wird. Vielmehr wurde diese Äußerung sowohl von Japan als auch von China stillschweigend hingenommen. In einen solchen Konflikt würden nach und nach auch andere Nationen einbezogen werden, meint das Düsseldorfer „Institut für Seltene Erden und Metalle“.Das hätte auch Konsequenzen für die Verfügbarkeit Seltener Erden. Die westliche Welt würde sehr schnell die Abhängigkeit von China und seinen Rohstofflieferungen zu spüren bekommen. Nicht nur Seltene Erden, auch viele weiter Metalle wie Germanium, Gallium, Graphite etc. würden erst extrem im Preis steigen und sehr bald gar nicht mehr verfügbar sein.

Ernsthafte Schwierigkeiten

Sollte China diese Lieferkette tatsächlich unterbrechen, wäre die komplette westliche Industrie, speziell die High-Tech Industrie, in ernsthaften Schwierigkeiten. In vielen Bereichen – befürchtet das Institut für Seltene Erden und Metalle – müssten technologische Rückentwicklungen in Kauf genommen werden durch den Einsatz von Ersatzstoffen, die vor dem Einsatz von Seltenen Erden verwendet wurden.

Die aktuellen chinesisch-japanischen Spannungen sollten für den Westen ein weiterer Weckruf sein, eine eigenständige Lieferkette für Seltene Erden und Strategische Metalle ins Leben zu rufen. Regierungen sollten die Problematik ernster nehmen, um die Entwicklung einer eigenständigen Lieferkette voran zu treiben. Die Produktion von Seltenen Erden ist extrem teuer und technologisch sehr aufwändig. Viele Seltene Erden-Minen haben nicht genug Kapitalreserven, um mit der notwendigen Geschwindigkeit zu arbeiten. Eine Ahnung von dem, was die westliche Welt ereilen könnte, kam in den Jahren 2010 und 2011 auf, als China mit der Möglichkeit einer Exportquoten-Reduzierung an die Öffentlichkeit trat: Die Preise fast aller Seltenen Erden stiegen in einem Zeitraum von sechs Monaten zwischen 300 und 3000 Prozent.

Es besteht Hoffnung

Dennoch besteht laut Institut für Seltene Erden und Metalle Hoffnung. Mittlerweile seien in der westlichen Welt eine beachtliche Anzahl von Minenbetrieben entstanden, die diese begehrten Elemente fördern. Die Explorationszeit einer durchschnittlichen Seltenen Erd-Mine beträgt sieben bis neun Jahre, bevor mit der Produktion begonnen werden kann. Zu über 85 Prozent verlassen sich die Betreiber dieser Minen auf einen Kapitalzufluss durch die Aktienbörsen dieser Welt. Doch seien diese launisch und verhirlten sich bei einem drohenden Kriegsszenario eher restriktiv.

Es bleibt nach Ansicht des Seltene Erden-Instituts zu hoffen, dass im fernen Osten alle Beteiligten einen kühlen Kopf bewahren, damit derartige Drohungen von der täglichen politischen Agenda verschwinden.

Quelle: Institut für Seltene Erden und Metalle e.V.