Schnell amortisiert: RUF-Brikettierpresse bei Aluminium-Fertigung von Zollner

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Über Auslaufschienen gelangen die Briketts aus der RUF-Presse in Sammelbehälter (Foto: RUF GmbH)

Zaisertshofen — Die Zollner Elektronik AG komprimiert mit einer RUF-Brikettierpresse jährlich mehr als 100 Tonnen Aluminiumspäne. Damit reduziert der Mechatronikdienstleister das Volumen dieser Wertstoffe auf einen Bruchteil und trennt sie von anhaftenden Ölen und Emulsionen. Durch die Zurückgewinnung der Kühlschmierstoffe sowie die höheren Abnahmepreise für Aluminiumbriketts hat sich die Presse in kürzester Zeit amortisiert.

Die Zollner AG übernimmt als Systemlieferant die Auftragsfertigung von mechatronischen Produkten für die verschiedensten Branchen – als Einzelstücke oder in Großserien. Beispielsweise stammen die Check-in-Terminals der Lufthansa und Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn von Zollner. Der ehemalige Ein-Mann-Betrieb hat sich in der Zwischenzeit zum größten europäischen EMS-Dienstleister entwickelt und gehört weltweit zu den Top 15 der Branche.

40 bis 50 Prozent zu Aluminiumspänen

Zahlreiche Dreh- und Frästeile werden im Zandter Hauptwerk hergestellt. Mit einem Anteil von 80 Prozent stellt Aluminium den wichtigsten Werkstoff dar. Zwischen 40 und 50 Prozent des verarbeiteten Materials bleiben dabei in Form von Aluminiumspänen zurück. In den vergangenen Jahren wurde die CNC-Fertigung stark ausgebaut. Auf 18 Bearbeitungszentren sowie acht Lang- und Kurzdrehautomaten werden jetzt jährlich rund 250 Tonnen Aluminium bearbeitet; dabei fallen gut 100 Tonnen voluminöser und mit Kühlschmierstoffen (KSS) behafteter Späne an.

Für Johann Dietl, Leiter der CNC-Fertigung, erinnert sich an vergangene Zeiten: „Wir mussten die Späne im Werk über lange Strecken zum Wertstofflager transportieren und benötigten enorm viel Lagerplatz. Aufgrund der anhaftenden Öle und Emulsionen war das zudem keineswegs ein sauberer Prozess.“ So war für ihn schnell klar, dass das Spänehandling in seiner hochmodernen Produktion angesichts dieser Massen effizienter gelöst werden muss. Als er in einem anderen Fertigungsbetrieb eine RUF-Brikettieranlage entdeckte, war er sich sicher: Das ist die Lösung für das Späneproblem bei Zollner.

Volumen um das Zwanzigfache reduziert

Im Frühjahr 2012 wurde die RUF 4/2400/60×60 geliefert, aufgestellt und in Betrieb genommen. Mit einem spezifischen Pressdruck von 2400 kg/cm² komprimiert der 4 kW starke Motor die Aluminiumspäne und erzeugt Briketts mit einer Größe von 60 x 60 mm und einer Länge von 50 mm. Seither produziert die Anlage jährlich gut 220.000 dieser jeweils etwa 450 g schweren Briketts.

Für die CNC-Fertigung bei Zollner bringt die Presse viele Vorteile: „Früher mussten wir die Späne zum rund 300 Meter entfernten eigenen Wertstoffhof transportieren“, berichtet Gerhard Köstner, Leiter der Qualitätssicherung in der CNC-Fertigung. Von dort wurden sie zweimal wöchentlich von einem Schrotthändler per Lkw abgeholt. Heute werden die Späne noch in der Fertigungshalle zu handlichen Briketts verpresst und in Gitterboxen gesammelt. Auf diese Weise reduziert sich das Volumen der Aluminium-Reste um das Zwanzigfache. Der Lagerplatzbedarf konnte daher extrem reduziert werden.

Praktisch komplett von Kühlschmierstoffen befreit

Dem Spänetransport quer durchs Werk schloss sich früher ein weiterer langwieriger Prozess an: Tagelang ließ man die Kühlschmierstoffe (KSS) von den Spänen abtropfen. Dies war umständlich, und dennoch hafteten immer noch große Mengen an den Metallspänen und führten während des Transports zu Problemen, da sie sich durch die Vibrationen beim Fahren von den Spänen lösten und abtropften. Auch dieses Problem löste die RUF-Presse: Nun werden die Aluspäne direkt, ohne Abtropfzeiten, beim Brikettieren praktisch komplett von den anhaftenden KSS befreit. „Das steigert ganz nebenbei den Verkaufswert des Aluminiums massiv“, freut sich Johann Dietl. Die ausgepressten Öle und Emulsionen werden direkt von der Auffangwanne der RUF-Anlage in Sammelcontainer gepumpt. Ein Recycling-Unternehmen übernimmt die ausgepressten KSS und bereitet sie zur erneuten Verwendung auf.

Nach kurzer Zeit amortisiert

Höhere Preise für die Aluminiumbriketts bekommt Zollner nicht nur, weil sie nun frei von KSS sind, sondern auch weil deutlich größere Mengen auf einmal verkauft werden können. Johann Dietl erläutert: „Dank des wesentlich geringeren Platzbedarfs sammeln wir die Aluminiumbriketts, bis zwischen 22 und 25 Tonnen beisammen sind. Dann liefern wir sie per Lastzug – etwa viermal pro Jahr – direkt an ein Aluminiumwerk.“ Für Zollner haben sich die Vorteile aus der Einsparung der betriebsinternen Transportwege, dem Verkauf der ausgepressten KSS sowie den höheren Erlösen für das Aluminium schnell summiert: „Bereits nach kurzer Zeit hatte sich die Anlage von RUF amortisiert“, resümiert Johann Dietl. „Zudem“, so ergänzt Gerhard Köstner, „ist der gesamte Prozess durch die Trennung von Aluminium und Ölen sowie Emulsionen viel sauberer und umweltfreundlicher“.

Fast keine manuelle Tätigkeit nötig

Der Aufwand für das Brikettieren ist relativ gering: An den Fräs- und Drehzentren werden die Aluminiumspäne in fahrbaren Sammelbehältern aufgefangen, die mit einem Kippmechanismus ausgestattet sind. Gefüllt mit jeweils knapp einem halben Kubikmeter Späne werden sie zur RUF-Presse gefahren, per Gabelstapler über den Einfülltrichter gehoben und entleert. Eine Mehrwellenzuführung am Boden des Trichters fördert die Aluspäne in den Vorverdichter der Presse. Dort wird das Material vorverdichtet, um anschließend genügend Material für ein Brikett in der Presskammer zu haben. Der Pressstempel schiebt das vorverdichtete Material in die Pressform, bis der eingestellte Druck erreicht wird. Die fertigen Briketts transportiert die Presse über Auslaufschienen direkt in Sammelboxen.

Neben dem Einfüllen der Späne und dem Abtransport der Gitterboxen mit den Briketts fällt fast keine manuelle Tätigkeit an. Lediglich den Startknopf muss ein Mitarbeiter drücken, wenn sich genügend Späne im Trichter der Presse befinden. Ein Füllstandsmelder im Trichter signalisiert der Presse, sobald die Späne aufgebraucht sind. Daraufhin stoppt die Presse automatisch.

Ausweitung auf Stahl- oder Kunststoffspäne geplant

„Die RUF-Presse läuft je nach Bedarf zirka 1.000 Stunden pro Jahr“, erläutert Köstner. Das gelegentliche Abschmieren der Anlage übernehmen seine Mitarbeiter. Der RUF-Service kam nur einmal zum Einsatz, als ein Verschleißteil ausgetauscht werden musste: Der Pressstempel wurde innerhalb kürzester Zeit ersetzt, so dass die Produktion laut Johann Dietl in keiner Weise beeinträchtigt war. Er ergänzt dazu: „Wir sind mit der Anlage sehr zufrieden und ziehen in Erwägung, den Einsatz auszuweiten. Aktuell fahren wir Tests mit Mischungen, die auch Stahl- oder Kunststoffspäne enthalten.“

Quelle: Ruf Maschinenbau GmbH & Co. KG