IKB: Stahl- und Aluminiumproduktion gestiegen, Angebotsdefizit bei Kupfer

1269
Stahlschrott (Foto: Marc Weigert)

Düsseldorf — Insbesondere die Energiepreise sind derzeit unter Beobachtung infolge geopolitischer Störungen. Moskau hat als Reaktion auf die EU-Sanktionen angekündigt, dass die EU zukünftig mit höheren Energiepreisen rechnen müsse. Im Nahen Osten belasten der Gaza-Krieg und die fortgesetzten Erfolge der ISIS- Rebellen in der Region Syrien/Irak und Anrainerstaaten. Es verwundert allerdings, dass vor diesem Hintergrund die Rohölnotierungen nicht kräftiger angezogen haben. Grund ist die noch immer sehr gute Versorgungslage. Das meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer aktuellen Rohstoffpreis-Information.

Bis Jahresmitte Mai 2014 zog die weltweite Stahlproduktion um 2,5 Prozent an; die europäischen Hersteller verbuchten einen Anstieg von 4 Prozent. In Deutschland nahm die Produktion um 4,2 Prozent zu. Die Schrottpreise stagnierten. Die Erzpreise und Weltstahlpreise haben sich im Juli ebenfalls seitwärts bewegt, Walzdraht dagegen gab um gut 1 Prozent nach. In Europa zeigte sich eine weitgehend ähnliche Entwicklung mit Rückgängen bis maximal 0,5 Prozent. In der Tendenz sollten europäische Flachprodukte bis Ende September einen Preisanstieg von 3 bis 4 Prozent, bei Langprodukten bis zu 2 Prozent verzeichnen. Dagegen dürften  die Schrottpreise um bis zu 5 Prozent zulegen.

Die weltweite Primäraluminium-Produktion stieg im ersten Halbjahr 2014 um 3 Prozent. Während China (+8Prozent) und die Golfregion (+20Prozent) kräftig expandierten, stagnierte Westeuropa. Lateinamerika und Osteuropa verbuchten hohe Rückgange. Die Primäraluminiumproduktion dürfte 2014 rd. 50 Mio. t betragen. Die Lagerbestände an der LME sanken auf unter 5 Mio. t, liegen jedoch weiter auf hohem Niveau. Die investive Nachfrage hat wieder angezogen. Die IKB sieht bis Ende des dritten Quartals einen leichten Aufwärtstrend für Primär- wie auch Sekundäraluminiumpreise. Erstmals seit fast einem Jahr überstiegen die Primärpreise die Sekundärnotierung. Tendenziell wird mit einer Bewegung  bis Ende September 2014 um 2.000 US-$/t in einem Band von 200 US-$ gerechnet.

Bis Ende April 2014 stieg infolge eines um 30 Prozent höheren chinesischen Bedarfs die globale Nachfrage nach Kupfer um 15 Prozent. Für 2014 erwartet die Industriebank eine Verbrauchszunahme von rund 5 Prozent. Obwohl die Kupferminenproduktion (+4,5 Prozent) wie auch die Raffinadeerzeugung (+5,5 Prozent) angezogen haben, ist ein Angebotsdefizit entstanden. Zudem sanken die Lagerbestände der Börsen nochmals leicht ab. Diese reichen nur für knapp 5 Tage. Die investive Nachfrage hat zuletzt leicht abgenommen. Kupferschrotte sind knapper und teurer geworden. In der Tendenz sieht die IKB bis Ende des dritten  Quartals eine Bewegung des Kupferpreises um die 7.000 US-$/t in einem Band von 250 US-$.

Quelle: IKB Deutsche Indstriebank