DEPV: Deutsche Pelletproduktion auf stabilem Niveau

1051
Holzpellets (Foto: DEPV)

Berlin — Die deutschen Pelleterzeuger produzieren im Jahr 2014 bislang auf stabil hohem Niveau. Im ersten Halbjahr wurden knapp eine Million Tonnen Holzpresslinge hergestellt und damit nur rund sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Mit Blick auf die kommende Heizsaison sind Lager und Silos im Pellethandel und der Produktion im Juli 2014 bundesweit gut gefüllt. „Die Pelletbranche ist für den kommenden Winter gerüstet und produziert in Deutschland weiterhin mehr als verbraucht wird“, sagt Martin Bentele, Geschäftsführer beim Deutschen Energieholz- und Pellet-Verband e.V. (DEPV).

An der Spitze bei der Pelletproduktion

„Nach dem milden Winter hätte ein deutlicher Rückgang der Pelletproduktion in Deutschland niemanden überraschen können“, kommentiert DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele die neuen Zahlen. Eine entsprechende Tendenz im ersten Quartal wurde durch eine deutlich erhöhte Produktion im zweiten Quartal jedoch kompensiert. „Die Pelletproduzenten in Deutschland sind in der Lage, die kontinuierlich steigende Anzahl der Pelletfeuerungen zu bedienen. Durch die hervorragende Ausstattung mit Sägewerken und der hohen Holzverfügbarkeit befindet sich Deutschland weltweit nach wie vor mit an der Spitze bei der Pelletproduktion.“ In Deutschland werden Pellets in einem breiten Spektrum eingesetzt, vom Wohnzimmerofen über die Beheizung von Wohngebäuden bis hin zu Großanlagen oder der Herstellung von Prozesswärme, beispielsweise bei der Nahrungsmittelproduktion.

Holzpellet-Produktion 2011-2014 (Grafiik: DEPV)
Holzpellet-Produktion 2011-2014 (Grafiik: DEPV)

Vor allem Sägerestholz als Rohstoff

Pelletproduzenten setzen in Deutschland auch im zweiten Quartal 2014 vor allem Sägerestholz (92,5 Prozent) als Rohstoff ein, und zwar in stärkerem Maße als im abgelaufenen Winter, als der Sägerestholzeinsatz kurzfristig auf 83 Prozent gesunken war. Die Verwendung von nicht sägefähigem Rundholz liegt dementsprechend bei 7,5 Prozent. Unverändert werden über 99 Prozent der Pellets für die Bereitstellung von Wärme in Kleinfeuerungsanlagen hergestellt (ENplus-Qualitäten A1 und A2). Die Produktion von Industriepellets für große (Heiz-)Kraftwerke spielt in Deutschland weiterhin keine Rolle. Lose Ware, die per LKW beim Heizungsbetreiber angeliefert wird, macht 79 Prozent, Pellets in Säcken (Sackware) 21 Prozent des Pellethandels aus. Über 82 Prozent der Inlandsproduktion wurden im zweiten Quartal im Inland verbraucht, gut 17 Prozent wurden exportiert.

Zurückhaltung der Heizungskunden

Nach den bisherigen Antragseingängen für Mittel aus dem Marktanreizprogramm des Bundes (MAP) ist damit zu rechnen, dass die für das Jahr 2014 prognostizierte Neuinstallation von 47.000 Pelletfeuerungen nicht erreicht wird. Bentele: „Auch die Zurückhaltung der Heizungskunden bei der Investition in neue Heizungen lässt sich teilweise auf den milden Winter zurückführen. Vielen Hausbesitzern erscheint die heizkostensparende Heizungsmodernisierung als unwichtig. Aber auch die vorübergehend höheren Pelletpreise des letzten Jahres bei kurzzeitig sinkenden Heizölpreisen dürften nachwirken.“

Der DEPV beziffert die Anzahl der unabhängigen Pelletproduzenten in Deutschland auf 40 mit bundesweit 55 Produktionsstätten.

Quelle: Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband e.V.