Emissionen und Rutschungen: Forschungs-Projekt zum Deponiemonitoring gestartet

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Screenshot eines Deponie-Monitorings (Quelle: Disy Informationssysteme GmbH)

Karlsruhe — Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft hat die Disy Informationssysteme GmbH zusammen mit der Ingenieurgesellschaft Prof. Czurda und Partner mbH (ICP) jetzt ein Forschungsprojekt zur intelligenten Überwachung von Deponien gestartet. Dabei sollen zukunftsweisende Hardware- und Softwaretechnologien entwickelt werden, die ein automatisiertes und sicheres Monitoring von Deponien ermöglichen. Deponiebetreiber können sich am Forschungsprojekt beteiligen und das Modell auf ihrer Deponie praktisch anwenden.

In Deutschland gibt es weit über 1.000 in Betrieb oder in der Nachsorgephase befindliche Deponien verschiedener Gefährdungsklassen. Die Deponieverordnung (DepV) und die Notwendigkeit eines sicheren und ökonomischen Anlagenbetriebs sorgen für eine Vielzahl von Überwachungs- und Berichtspflichten. Dabei geht es um kontinuierlich zu überwachende Parameter, zum Beispiel die Menge und Zusammensetzung der Deponiegase oder die Schadstoffbelastung von Sickerwasser, aber auch in größeren Zeitabständen zu messende Größen, wie Deponiegasemissionen durch die Deponieabdeckung oder Kontrollen des Deponiekörpers mit Blick auf Setzungen und Rutschungen.

Multisensor-Netzwerk zur Datenerfassung

Damit diese Überwachungsaufgaben sicherer durchgeführt werden können, wurde jetzt das Projekt „Automatisches Deponieüberwachungssystem“ gestartet. Es ist auf zwei Jahre angelegt und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Förderprogramms Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) gefördert. Unter Beteiligung von Disy hat das Projekt zum Ziel, die Daten automatisiert zu erheben und auszuwerten. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden im Zuge eines Spatial Complex Event Processing und Spatial Data Mining aufgrund logischer Zusammenhänge interpretiert, mögliche Maßnahmen abgeleitet und dem Anwender vorgeschlagen.

In Kooperation mit der ICP aus Karlsruhe – einem renommierten Unternehmen auf dem Gebiet der Abfalltechnik und Abfallwirtschaft – soll ein Multisensor-Netzwerk aus verteilten Sensoren mit telemetrischer Anbindung entwickelt werden. Dabei werden zum einen Deponiegase an der Oberfläche über Infrarotabsorptionsspektroskopie mit einem abstimmbaren Diodenlaser gemessen und zum anderen die Detektion von Rutschungsbewegungen mit einem faseroptischen Tensiometer erfasst.

Eine Reihe von Software-Anforderungen

Während sich die ICP mit der Sensortechnologie für diese Themen befasst, wird Disy die Software-Aspekte einer solchen innovativen und möglichst automatisierten Deponieüberwachung untersuchen. Dabei muss eine Reihe von Anforderungen erfüllt werden: die Erstellung von standardkonformen Übertragungsprotokollen für vielfältige Sensordaten; ein effizientes Sensordatenmanagement mit modernen Big-Data-Methoden; die Kopplung von Sensordatenströmen mit Techniken zur computerbasierten Erkennung zeitlich-räumlicher Ereignismuster („Spatial Complex Event Processing“) für die automatische Alarmgenerierung; und die Nutzung von Algorithmen des räumlichen maschinellen Lernens („Spatial Data Mining“) zum besseren Verständnis von Deponiephänomenen, zum Beispiel Korrelation von Deponiegasentwicklung und Wetter oder Korrelation von Starkregen und Rutschbewegungen.

Deponiebetreiber als Projektpartner gesucht

Disy sucht für das Projekt Deponiebetreiber als Partner, auf deren Deponien das Modell praktisch angewendet werden kann. Auf der Seite disy.net können Interessenten Kontakt zu den Disy-Experten aufnehmen, um weitere Informationen zu erhalten.

Quelle: Disy Informationssysteme GmbH