Neue Aufbereitungsstation bei Aesculap entsorgt Prozesswasser und Späne

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Shredderanlage mit weißer Füllstation für Titanspäne (Foto: Leiblein GmbH)

Hardheim — Die Aesculap AG in Tuttlingen bietet als Unternehmen für Medizintechnik die gesamte Bandbreite chirurgischer Disziplinen von chirurgischen Instrumenten bis hin zur minimal-invasiven Chirurgie. Dabei fallen bei der spanabhebenden Fertigung und bei Schleifprozessen Produktionswasser und Emulsionen an. Im Jahr 2013 nahm Aesculap daher eine Recycling- und Entsorgungsstation für Prozesswasser- und Abwasseraufbereitung in Betrieb genommen, die zudem die in der Metallverarbeitung anfallenden Späne von Edelmetallen bis hin zu Titan einer Wiederverwertung zuführt. Die Leiblein GmbH aus Hardheim konzipierte und realisierte mit dieser modernen Abfall-Station eine Anlage, die aufgrund umweltschonender Verfahren ein Optimum an Effizienz erzielt.

Die zweistöckig aufgebaute Anlage umfasst im Kellergeschoss sechs Silotanks, die als Lagerstätten für die verschiedenen Flüssigkeiten dienen. Während sich in der oberen Etage die Späneaufbereitung, der Spänekübelwaschplatz und eine weitere Altöl- und Emulsions-Annahmestelle befinden, wird in einem Verdampfer Emulsion in Destillat und Konzentrat aufgesplittet. Zusätzlich wird in der unteren Etage Altöl und das Destillat (reines Wasser) sowie Emulsion gelagert und auch „frische“ Emulsion mit dem recycelten Destillat angesetzt. Somit wird 90 bis 95 Prozent Destillat zurückgewonnen; nur 5 Prozent müssen entsorgt werden, was den hohen Ausschöpfungsgrad der Anlage zeigt. Überschüssiges, reines Destillat kann problemlos der Kanalisation zugeführt werden.

Volumenreduzierung um bis zum 15fachen

Die Lagertanks – in Reihe aufgebaut – fassen ebenfalls mit ihrem Volumen von 7,5 Kubikmetern sowohl alte Emulsionen, Destillate, Feststoffe als auch Konzentrate, die über Dienstleister entsorgt werden. Weiterhin lagert dort Altöl aus der Fertigung und Medien, mit denen die Galvanik ihre Prozesse steuert. Über diese Tanks verrichten vier Shredderanlagen ihren Dienst, die den Späneabfall der Betriebstätten – zugeliefert über Spänebehälter – in Granulate von ca. 10 x 10 Millimetern zerlegen. Mit dieser Volumenreduzierung um bis zuum 15fachen und zusätzlichem Trocknen der Späne ließ sich der Ertrag signifikant steigern. Alle Shredder – konzeptionell ausgelegt auf geringen Bediener- und Wartungsaufwand – können gleichzeitig arbeiten, so dass Zeit eingespart und die Produktivität hochgehalten werden kann:Bei Störung oder Ausfall von Modulen lässt sich die Anlage kontinuierlich weiter ohne Stillstand betreiben.

Wert auf Sortenreinheit gelegt

Beim Shredderprozess wird entschieden auf Sortenreinheit Wert gelegt. Dafür sorgt unter anderem eine spezielle Titan- und Chrom-Station, die die gewonnenen Edelmetalle über einen Förderarm einer Big-Bag-Wiegestation zuführen. Die anderen Shredder werden mit schwenkbaren Füllrohren betrieben, um die Auffangcontainer optimal zu befüllen. Auch an die Reinigung der Spänekübel hat man gedacht: In einer Waschanlage werden diese von Rückständen befreit, anschließend sauber gespült und dem Produktionsprozess wieder zugeführt.

Die Lagertanks werden sowohl über die Recycling-Station befüllt als auch aus Containern von einem Kubikmeter Fassungsvermögen aus der Fertigung beliefert und vollautomatisch abgepumpt. Weiterhin erfolgt die direkte Anbindung von drei Betriebsstätten über ein Rohrleitungssystem, was Absaugwagen oder Zwischenlagerung entbehrlich machen. Mittels Einsatz der Leiblein-Schrägfilter werden die Medien vorab filtriert und die Partikel über Schlammbehälter separat entsorgt. Ein zusätzlich integrierter Leiblein-Koaleszenzabscheider trennt das freischwimmende Öl, um das verbleibende Medium zum Spülen der Späneloren verwenden zu können.

Durch ihren modularen Aufbau lässt sich die Aesculap Recycling- und Entsorgungsstation jederzeit erweitern und Anpassungen oder Änderungswünsche unkompliziert verwirklichen.

Quelle: LEIBLEIN GmbH, Prozesswasser- und Abwasseraufbereitung