„Höher und realistischer“: EU-Kommission schlägt Energieeinsparziel von 30% vor

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EU Kommission (Foto: © Schmuttel / http://www.pixelio.de)

Brüssel — Neue Perspektiven für europäische Unternehmen, erschwingliche Energiepreise für die Verbraucher, mehr Versorgungssicherheit durch einen spürbaren Rückgang der Erdgaseinfuhren und positive Umweltauswirkungen – dies sind einige der angestrebten Vorteile des Energieeffizienzziels für 2030, das die Europäische Kommission gestern in einer Mitteilung vorgelegt hat. Das vorgeschlagene Ziel von 30 Prozent baut auf den bisherigen Erfolgen auf: Neubauten verbrauchen heute nur halb so viel Energie wie in den 1980er Jahren und die Wirtschaft ist heute rund 19 Prozent weniger energieintensiv als noch im Jahr 2001.

Das vorgeschlagene Ziel geht über das Energieeinsparungsziel von 25 Prozent hinaus, das erreicht werden müsste, um bis 2030 eine Verringerung der CO2-Emissionen um 40 Prozent zu erreichen. Gleichzeitig soll der gestern vorgestellte Energieeffizienzrahmen dazu beitragen, das richtige Gleichgewicht zwischen Kosten und Nutzen zu finden.

Günther H. Oettinger, Vize-Präsident der EU-Kommission zuständig für Energie, erklärte hierzu: „Unser Vorschlag ist die Triebfeder, die es der EU gestattet, auf kostenwirksame Weise mehr Versorgungssicherheit, Innovation und Nachhaltigkeit zu erreichen. Es ist ein ehrgeiziges und dennoch realistisches Ziel. Die Energieeffizienzstrategie wird den Rahmen für eine Energie- und Klimapolitik bis 2030, der im Januar 2014 vorgestellt wurde, ergänzen. Unser Ziel ist es, das richtige Marktsignal zu senden und einen Anreiz für weitere Investitionen in energieeffiziente Technologien zu schaffen, von denen sowohl die Unternehmen als auch die Verbraucher und die Umwelt profitieren werden.“

Die gestern vorgelegte Mitteilung über Energieeffizienz und ihren Beitrag zur Sicherheit der Energieversorgung und zum Rahmen für 2030 analysiert ferner, welche Fortschritte im Hinblick auf das EU-Energieeffizienzziel von 20 Prozent für 2020 bereits erreicht wurden. Nach aktuellen Prognosen dürfte die EU im Jahr 2020 Energieeinsparungen von 18 bis 19 Prozent erwirkt haben; das vereinbarte Ziel von 20 Prozent ist zudem realistisch, vorausgesetzt, alle EU-Mitgliedstaaten setzen die bisher beschlossenen Rechtsvorschriften umfassend um.

Die Kommission hat nicht die Absicht, neue Maßnahmen vorzuschlagen, sondern fordert die Mitgliedstaaten vielmehr auf, ihre Anstrengungen zu intensivieren, damit das Ziel für 2020 kollektiv erreicht werden kann. „Ein Effizienz-Ziel von 30% ist nicht nur völlig unambitioniert sondern zudem auch zahnlos, wenn es nicht verbindlich ist“, kritisierte Hanna Simons, Direktorin für Umweltpolitik von Greenpeace.

Quelle: EU Kommission