Phosphor und Technologiemetalle: Potentiale in Klärschlammaschen

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Klärschlamm-Aufbereitung (Foto: Kroll / Recyclingportal.eu)

Dessau-Roßlau — Knapp 13 Prozent der Phosphormenge, die in Deutschland jährlich für mineralische Dünger benötigt wird, könnte schon heute aus Aschen zurückgewonnen werden, die bei der separaten Verbrennung von Klärschlamm (Monoverbrennung) anfallen. Das zeigt eine Studie im Auftrag des UBA.

Die Studie analysierte erstmals, wie hoch der Gehalt an Phosphor, Metallen und seltenen Erden bei den rund 300.000 Tonnen Klärschlammasche ist, die in Deutschland pro Jahr bei der Monoverbrennung entstehen. Das Potenzial für die Rückgewinnung von Phosphor ist groß, das anderer Rohstoffe dagegen eher gering.

In Deutschland fallen jedes Jahr knapp 2 Million Tonnen Klärschlamm (Trockenmasse) an.Um das Rückgewinnungspotential von Phosphor und Technologiemetallen aus Klärschlammaschen bewerten zu können, wurden über 97 Prozent der in Deutschland anfallenden Klärschlammaschen aus der Monoverbrennung repräsentativ beprobt und vollständig charakterisiert.

Für Phosphor ergibt sich ein Rückgewinnungspotential von knapp 19.000 t/a, was über 12 Prozent der in Form konventioneller mineralischer Dünger eingesetzten Menge an Phosphor entspricht. Das Interesse am Phosphor-Recycling ist hoch, da die Vorkommen an phosphathaltigem Gestein, die sich derzeit wirtschaftlich abbauen lassen, zukünftig knapper werden.

Wie die Studie zeigt, sind die Mengen der in der Klärschlammasche vorliegenden Rohstoffe gering im Vergleich zum jeweiligen Bedarf. Es ist davon auszugehen, dass eine ausschließliche Rückgewinnung dieser Rohstoffe aus den Klärschlammaschen nicht wirtschaftlich wäre. Möglicherweise sind jedoch Rückgewinnungsstrategien in Kombination mit der Phosphorrückgewinnung sinnvoll. Denkbar sind auch kombinierte Ansätze zur Wertstoffrückgewinnung und Schadstoffentfrachtung, falls Aschen vor der Verwendung als Düngemittel bearbeitet werden müssen, um die Grenzwerte der Düngemittelverordnung zu erreichen. In Einzelfällen, insbesondere bei Klärschlammaschen aus industriellen Prozessen, kann aufgrund einzelner hoher Gehalte eine direkte Wertstoffrückgewinnung sinnvoll sein.

Die Studie „Monitoring von Klärschlammmonoverbrennungsaschen hinsichtlich ihrer Zusammensetzung zur Ermittlung ihrer Rohstoffrückgewinnungspotentiale und zur Erstellung von Referenzmaterial für die Überwachungsanalytik“ kann unter umweltbundesamt.de heruntergeladen werden.

Quelle: Umweltbundesamt