Umweltinnovations-Programm-gefördert: Aufbereitung abgelagerter Quarzsande

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Sandaufbereitung (Foto: Kroll/ Recyclingportal.eu)

Berlin — Die Dörentrup Quarz GmbH & Co. KG wird mit 483.000 Euro aus dem Umweltinnovations-Programm des Bundesumweltministeriums eine neue umweltfreundliche Feinsand-Rückgewinnungsanlage in Verbindung mit innovativen Sandaufbereitungstechniken anschaffen. Ziel des Vorhabens ist die Rückgewinnung von Quarzsanden aus Sandschlemmen, bei denen bislang der Quarzsand nicht separiert werden konnte und die daher in Rückstandsgruben abgelagert werden mussten. Das Projekt wird aus dem Förderschwerpunkt „Materialeffizienz in der Produktion“ des Umweltinnovationsprogramms gefördert.

Die Dörentrup Quarz GmbH betreibt seit 1929 einen Sand-Tageabbau, seit 1945 wird der Sand zusätzlich gewaschen. Aufgrund der besonders feinen Quarzsandstruktur (Einstufung als „Lagerstätte 1. Ordnung“) führt das bisherige Aufbereitungsverfahren trotz der Anwendung des Standes der Technik dazu, dass 25 Prozent des geförderten Quarz- sandes als Feinfraktion nicht separiert werden können und als Sandschlemme in eine stillgelegte Sandgrube bzw. ab 2005 in eine ausgebeutete Tongrube geleitet werden. Das Unternehmen schätzt das gesamte seit 1945 ausgewaschene Material auf rund 1,924 Millionen Tonnen.

Analysen des Antragstellers gehen davon aus, dass die Schlemme ca. 50 Prozent Quarzfeinsand enthält und dass durch die Anwendung einer neuen, innovativen Verfahrenskombination zumindest die Hälfte des Feinsandes energieeffizient zurückgewonnen werden kann. In der Folge wären also 25 Prozent der abgelagerten Menge rückgewinn- und vermarktbar, mithin ca. 480.000 Tonnen (dies entspricht einem Absatz von vier Jahren). Darüber hinaus werden im Vergleich zum Primärrohstoffabbau rund 344.000 Liter Diesel und durch eine energetische Optimierung der Anlage weitere Energie eingespart.

Mit der Investition können von 1,924 Millionen Tonnen Rückstandsmaterial ca. 480.000 Tonnen an Feinsanden zurückgewonnen werden. Dies entspricht dem vierfachen Jahresabsatz des Unternehmens und der Vermeidung eines Flächenabbaus von 1,8 Hektar. Durch den Einsatz eines Saugschiffs entstehen weiterhin erhebliche Einsparungen an Diesel und Elektrizität, die bisher bei dem Einsatz von Radladern und Dumpern erforderlich waren.

Quelle: Bundesumweltministerium