F&S: China bietet großes Potenzial für deutsche Umwelttechnologien

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Industrieemissionen (Foto: Kroll / Recyclingportal.eu)

Frankfurt am Main — Chinas hat ernste Probleme mit Luft- und Umweltverschmutzung. Das ist nicht neu. Neu ist aber die Unzufriedenheit der Bevölkerung darüber und der daraus resultierende politische Kurswechsel. Die chinesische Regierung will sich in Zukunft mehr darauf konzentrieren, Umweltschäden wie die Emission schädlicher Substanzen und Wasserverschmutzung zu reduzieren und Abfall als Ressource zu nutzen.

Unter anderem spielt das Potenzial für Waste-to-Energy eine große Rolle. Dieser Sektor ist sehr unterentwickelt. Die Chancen, Abfall zu recyclen und wiederzuverwenden, sind  hingegen enorm und bedeuten ein großes Potenzial für deutsche Firmen. Während die Anzahl von Biogasanlagen in China tatsächlich gegen Null geht, ist Deutschland Weltmarktführer in diesem Feld. Die Deutschen sind schon sehr lange führend in Sachen Waste-to-Energy, und Deutschland verfügt über die Technologie und Projektmanagement-Expertise, um diese Sektoren in China aufzubauen.

Deutschland ist Dank gesetzlicher Vorschriften und attraktiver wirtschaftlicher Anreize im Hinblick auf alternative Energielösungen globaler Spitzenreiter in Sachen Umwelttechnologie, während sich China gegenüber der Biogas-Thematik und somit einem großen deutschen Wirtschaftszweig öffnet. Deutschland ist schon jetzt Europas wichtigster Handelspartner, China wiederum ist Deutschlands wichtigster Wirtschaftspartner in der Asia-Pacific-Region. Beide Länder wissen also um ihre gegenseitige Abhängigkeit, aber auch, was sie einander zu bieten haben.

Die Luftverschmutzung zu reduzieren, spielt hierbei eine Hauptrolle. Moderne chinesische Kohlefabriken verfügen zwar bereits über Verschmutzungskontrolltechnologie, aber viele Industrien, besonders die Herstellungs- und Chemieindustrie, sind weiterhin starke Umweltverschmutzer. Das Thema Wasser stellt ein weiteres Hauptproblem dar. Die Kohleindustrie ist sehr wasserbedürftig. Das betrifft nicht nur die Bergbauindustrie, sondern auch Kraftwerke und alle dazugehörigen Schwerindustrien. Die Installation von Abwasserbehandlungsanlagen könnte sehr dazu beitragen, Wasserknappheit innerhalb Chinas Industrien zu vermeiden und gleichzeitig die ausreichende Versorgung der Bevölkerung und der Landwirtschaft mit sauberem Wasser gewährleisten.

Die größte Sorge deutscher Firmen ist, einen Weg zu finden, ihre Produkte, ihr Wissen und ihre Dienstleistungen dem chinesischen Markt zu verkaufen und dabei gleichzeitig ihre intellektuellen Eigentumsrechte zu schützen. Ebendiese Problematik hat einer ganzen Reihe großer deutscher Firmen in der Vergangenheit große Kopfschmerzen bereitet. Gerüchte über die Attraktivität dieses Marktes verbreiten sich sehr schnell. Es zeichnet sich schon jetzt ein Wettbewerbsumfeld ab und gibt zu erkennen, dass auch der Ausrüstungs- und Zulieferermarkt stark wächst. Der beste Weg, um in diesen Markt einzusteigen, gelingt am ehesten über Joint Ventures oder Partnerschaften mit chinesischen Akteuren – oder über Lizenzvereinbarungen. Diese wiederum bergen aber das Risiko, dass sich der Lizenzinhaber dadurch eigene Konkurrenz schafft.

Dank ihres Know-Hows und ihrer Expertise sind deutsche Unternehmen gut aufgestellt, um in hohem Maße von den Möglichkeiten im sich entwickelnden asiatischen Markt zu profitieren.

Autor:  Jonathan Robinson, Frost & Sullivan Energy Senior Consultant
Quelle: Frost & Sulliv