Ambitionierte EU-Recycling-Ziele bis 2030: 70 % Siedlungs-/ 80 % Verpackungsabfälle

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Ziele (Foto: ©RainerSturm /http://www.pixelio.de)

Brüssel — Die Kommission hat heute Vorschläge angenommen, deren Ziel der Übergang Europas zu einer Kreislaufwirtschaft und die Förderung von Recycling in den Mitgliedstaaten ist. Die Erfüllung der neuen Zielvorgaben für Abfälle würde 580.000 neue Arbeitsplätze schaffen, Europa wettbewerbsfähiger machen und die Nachfrage nach teuren und knappen Ressourcen verringern. Die Vorschläge bedeuten auch geringere Umweltbelastungen und weniger Treibhausgasemissionen.

Den Plänen zufolge sollen die Europäer bis 2030 70 Prozent der Siedlungsabfälle und 80 Prozent der Verpackungsabfälle recyceln; ab dem Jahr 2025 soll die Deponierung recycelbarer Abfälle verboten sein. Es wurden auch Zielvorgaben für die Verringerung von Abfällen im Meer und Ziele für die Reduzierung von Lebensmittelabfällen festgesetzt.

Kreislaufwirtschaft ist möglich und profitabel

EU-Umweltkommissar Janez Potocnik erklärte: „Wir leben mit Linearwirtschafts-Systemen, die aus dem 19. Jahrhundert in das 21. Jahrhundert mit Schwellenländern, Millionen von neuen Verbrauchern aus der Mittelschicht und miteinander vernetzten Märkten überliefert wurden. Wenn wir wettbewerbsfähig sein wollen, müssen wir so viel wie möglich aus unseren Ressourcen herausholen; das heißt, wir müssen sie recyceln und wieder einer produktiven Verwendung zuführen, und wir dürfen sie nicht als Abfall in Deponien vergraben. Der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft ist nicht nur möglich, er ist auch profitabel. Aber das bedeutet nicht, dass er ohne die richtigen politischen Weichenstellungen stattfinden wird. Bei den Zielvorgaben für 2030, die wir vorschlagen, geht es darum, heute tätig zu werden, um den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen und die damit verbundenen Geschäfts- und Beschäftigungsmöglichkeiten zu nutzen.“

Maßnahmenpaket zur leichtern praktischen Umsetzung

Die Mitteilung zeigt auf, wie sich aus einem effizienteren Umgang mit Ressourcen neue Wachstums- und Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben. Grundlagen einer größeren Effizienz sind innovatives Design, leistungsfähigere und langlebigere Produkte und bessere Produktionsverfahren, zukunftsorientierte Geschäftsmodelle und technische Fortschritte, durch die Abfälle zu Ressourcen werden. Das zu der Mitteilung gehörende Maßnahmenpaket bildet einen Rahmen, in dem die Kreislaufwirtschaft leichter in die Praxis umgesetzt werden soll. Dazu gehören besser miteinander verknüpfte Politikbereiche, intelligente Regulierung und die aktive Unterstützung durch Forschung und Innovation. Damit werden Investitionen und Finanzmittel erschlossen, gleichzeitig wird die wichtige Rolle der Wirtschaft und die Beteiligung der Verbraucher gestärkt.

Außerdem wird vorgeschlagen, dass die Ressourcenproduktivität auf der Grundlage des BIP/Rohstoffverbrauch gemessen werden sollte und dass bei der bevorstehenden Überprüfung der Strategie Europa 2020 eine Verbesserung um 30 Prozent bis 2030 als mögliches Kernziel in Betracht gezogen werden könnte.

Maßgeschneiderte Konzepte für bestimmte Abfallströme

Die Legislativvorschläge betreffen im Wesentlichen die Abfallrahmenrichtlinie, die Deponierichtlinie und die Verpackungs- und Verpackungsabfallrichtlinie. Zusätzlich zur Überprüfung der Zielvorgaben werden die Abfallvorschriften vereinfacht, und die Zusammenarbeit zwischen der Kommission und den Mitgliedstaaten wird verstärkt, um eine bessere Durchführung der Vorschriften sicherzustellen. Es werden Mindestbetriebsbedingungen für Programme für die erweiterte Herstellerverantwortung festgelegt. Für bestimmte Abfallströme, wie Abfälle im Meer, Phosphor, Bau- und Abbruchabfälle, Lebensmittel, gefährliche Abfälle und Kunststoffabfälle wird es maßgeschneiderte Konzepte geben.

Weitere Imformationen sind unter ec.europa.eu erhältlich.

Quelle: EU Kommission