Ulrich Grillo als Keynote-Speaker im Unternehmens-Netzwerk WFZruhr in Lünen

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Lichthalle (Foto: WFZruhr)

Lünen — Ulrich Grillo, Präsident Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. und Vorstandsvorsitzender der Grillo-Werke AG hat auf der Vortragsveranstaltung des WFZruhr zum topaktuellen Themenkomplex der Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetz am 24. Juni 2014 im LünTec in Lünen über 100 Gästen den Hauptvortrag gehalten. Die Vortragsveranstaltung mit anschließender Podiumsdiskussion stand unter dem Titel „Industriepolitik im Zeichen der Energiewende“.

Ulrich Grillo (Foto: WFZruhr)
Ulrich Grillo (Foto: WFZruhr)

In seiner Keynote-Rede hat der BDI-Präsident Ulrich Grillo die Unterstützung der deutschen Industrie für die Energiewende bekräftigt. Allerdings müsse diese Wende aus Sicht des BDI „richtig gemacht werden“. Dazu gehöre auch eine Europäisierung der Energiepolitik. Besondere Brisanz erhielt dieses Thema durch die am Morgen erhobenen neuen Einwände der EU-Kommission gegen die umlagefinanzierten Regelungen der erneuerbaren Energien. Ulrich Grillo erwartet von der Politik hier Unterstützung bei der Umlagebefreiung zum Eigenverbrauch und dauerhafte Rechtssicherheit und keine Trennung der Regelungen zu Alt- und Neuanlagen. Eine Entlastung der Industrie von der EEG-Umlage helfe beim Erhalt der Arbeitsplätze. Herr Peter Willbrandt, Vorstandsvorsitzender der Aurubis AG, verdeutlichte die Ausführungen von Herrn Grillo anschaulich am Beispiel seines Unternehmens und zeigte die Grenzen der zusätzlichen Belastungen auf.

Für Prof. Dr. Manfred Fischedick vom Wuppertal-Institut ist die Energiewende in Deutschland eine komplexe Transformationsaufgabe mit vielfältigen Herausforderungen. Für die Industrie seien im Rahmen der Umsetzung wettbewerbsfähige Energiepreise und die Gewährleistung der Versorgungssicherheit essentiell. Auf der anderen Seite ergäben sich durch die im Zuge der Energiewende initiierten Produkt- und Dienstleistungsinnovationen für Vorreiterunternehmen auch erhebliche Chancen auf den wachsenden globalen Klimaschutzmärkten. Zudem bestünden noch erhebliche  Entlastungsmöglichkeiten bei den Produktionskosten durch eine konsequente Umsetzung von  Energie- und Rohstoffeffizienzmaßnahmen.

Rasmus C. Beck von der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH (wmr) betont die hohe wirtschaftliche Bedeutung der Ressourceneffizienz als eines der Megathemen unserer Zeit. Ressourcen- und Energieeffizienz ist deshalb für die Metropole Ruhr ein Leitmarkt, den die wmr in nächster Zeit in Zusammenarbeit mit Hochschulen noch intensiver bearbeiten wird. Der Vorsprung des Ruhrgebietes im Recycling- und Umweltsektor gegenüber den anderen Regionen soll hiermit noch weiter ausgebaut werden.

Herr Dr. Ansgar Fendel, Vizepräsident der IHK zu Dortmund, betonte die Belastungen für die Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit der mittelständischen Unternehmen durch die heutigen Rahmenbedingungen der Energiewende. Diese würden zu einer beträchtlichen Verunsicherung führen und ließen typische mittelständische  langfristige Planungshorizonte nicht mehr zu.

Das WFZruhr ist ein Zusammenschluss von kommunalen und privaten Unternehmen der Kreislaufwirtschaft und wissenschaftlichen Instituten mit derzeit 108 Mitgliedern über Nordrhein-Westfalen hinaus.

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