Duale Systeme: Ein weiterer Einigungsversuch gescheitert

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Abfallcontainer (Foto: ©Rike /http://www.pixelio.de)

Bonn — Handel und Industrie hatten vor kurzem erst ihre Bereitschaft zur Rettung der dualen Systeme erklärt. Voraussetzung für die künftige Finanzierung sei allerdings, so hieß es in der Pressemitteilung des Handelsverbandes (HDE), dass sich die Systembetreiber auf einen neuen Clearingstellenvertrag einigen. Die dualen Systeme waren in den letzten Monaten in große Finanzierungsprobleme geraten.  „Unsere Hand ist ausgestreckt. Handel und Industrie stehen zur Rettung der dualen Systeme bereit“, betonte die Vorsitzende des HDE-Umweltausschusses Marion Sollbach.

Doch ob eine solche Einigung tatsächlich noch erzielt werden kann, ist zweifelhaft. Bei ihrem letzten Treffen vor drei Tagen konnten die Duale Systeme jedenfalls keine Einigung erreichen. Damit ist es den Dualen Systemen nun schon zum wiederholten Male nicht gelungen, eine tragfähige Lösung zu finden.

bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock urteilt: „Wir haben in den letzten Monaten und Wochen erlebt, dass das System der Verpackungsentsorgung auf ziemlich wackligen Beinen steht. Die Dualen Systeme sind auf dem besten Wege, sich selbst abzuwickeln. Klar ist, dass die Recycling- und Entsorgungswirtschaft die Dualen Systeme nicht braucht, die Dualen Systeme aber auf uns angewiesen sind. Das Ziel heißt nicht die Dualen Systeme zu retten, sondern mehr Recycling in Deutschland durchzusetzen. Wir können uns deshalb auch eine Zukunft ohne Duale Systeme vorstellen und sind für Gespräche mit Handel und Industrie offen.“

Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.