ifo-Umfrage: Sekundärrohstoffmärkte nach 2009 neu belebt

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Quelle: Statistisches Bundesamt; Grafik: ifo Institut

München — Die deutsche Umweltwirtschaft hat sich nach dem Krisenjahr 2009 wieder deutlich erholt. Bei den mittelständischen Unternehmen aus dieser Branche nahmen in den Jahren 2010 und 2011 die Beschäftigtenzahlen leicht zu, und die Umsätze stiegen erheblich. Die Wachstumsaussichten sind gut, und die Arbeitskräfte sind hoch qualifiziert. Dies zeigen die Ergebnisse der schriftlichen Umfragen, die das ifo Institut in den Jahren 2011 und 2012 im Rahmen eines Forschungsprojekts für das Umweltbundesamt durchgeführt hat.

Die Umsätze der Entsorgungs- und Verwertungswirtschaft lassen sich der Umsatzsteuerstatistik entnehmen. Sie sind 2009 regelrecht eingebrochen, nämlich um 19 Prozent auf 26,0 Mrd. Euro. Dem folgte 2010 wieder ein deutlicher Anstieg um über 17 Prozent auf 30,5 Mrd. Euro und 2011 nochmals um fast 19 Prozent auf 36,3 Mrd. Euro.

Diese Erholung der Branchenkonjunktur dürfte vor allem auf die erneute Belebung der Sekundärrohstoffmärkte nach dem Ende der Wirtschaftskrise zurückzuführen sein. In der Summe der erfassten Bereiche ging der Umsatz 2009 um 9 Prozent auf 70,6 Mrd. Euro zurück, 2010 folgte ein Umsatzwachstum um etwa 30 Prozent auf 91,7 Mrd. Euro und 2011 nochmals um über 12 Prozent auf 103,1 Mrd. Euro.

Die Entsorgungs- und Verwertungswirtschaft ist innerhalb der mittelständischen Umweltwirtschaft besonders stark vertreten, wie an der Branchenstruktur der Umfrageteilnehmer zu erkennen ist: Etwa jeder vierte Befragungsteilnehmer gehört diesem Wirtschaftszweig an. Rund jeder zehnte Befragungsteilnehmer kommt aus dem Verarbeitenden Gewerbe. Über 35 Prozent ordnen sich den sonstigen Dienstleistungen zu, dazu gehören Bereiche wie „Engineering, Planung, Projektmanagement“, „Betreiber“, „Umweltüberwachung“ oder „Laboranalysen und Entwicklungsaufgaben“. Weitere 7,6 Prozent gehören dem Baugewerbe an.

Bei den Betrieben aus dem Verarbeitenden Gewerbe stieg der Umsatz in zwei Jahren ganz erheblich an, nämlich von 2009 auf 2010 um 34,4 Prozent und von 2010 auf 2011 nochmals um 26,8 Prozent. Auch die Entsorgungs- und Verwertungswirtschaft konnte vergleichbare Steigerungsraten von 33,7 Prozent bzw. 23,6 Prozent verzeichnen.

Die Angaben der Umfrageteilnehmer zu den Umweltbereichen, in denen sie ihre Umsätze erzielt haben, zeigen, dass der Bereich Entsorgung und Verwertung bei den kleinen und mittelgroßen Unternehmen ein noch höheres Gewicht hat als in der gesamten Umweltwirtschaft einschließlich der Großunternehmen: Nahezu die Hälfte (49,2 Prozent) des erfassten Umsatzes entfällt auf den Umweltbereich „Abfallwirtschaft, Recycling, Sekundärrohstoffe“.

Den zweitwichtigsten Umweltbereich bilden nach dem Umfrageergebnissen die erneuerbaren Energien mit 23,2 Prozent Umsatzanteil, und die Abwasserbeseitigung steht mit 7,0 Prozent Umsatzanteil an dritter Stelle. Die weiteren Umweltbereiche weisen nur geringe Anteile auf, mit Ausnahme allenfalls der rationellen Energieverwendung mit 3,5 Prozent Umsatzanteil sowie den nicht weiter spezifizierten sonstigen Bereichen mit 6,7 Prozent Anteil.

(Auszug aus dem Artikel „Umweltwirtschaft: Zuversichtliche Erwartungen trotz verschärfter Wettbewerbssituation“, Johann Wackerbauer, ifo Schnelldienst 2/2014, im Internet unter umweltbundesamt.de)

Quelle: Münchener Gesellschaft zur Förderung der Wirtschaftswissenschaft – CESifo GmbH