Nicht nur Weltmeister bei Niob: Brasilien ist ein Rohstoff-Champion

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Kupfermine (Foto: © Rainer Gräser / http://www.pixelio.de)

Hannover — Brasilien zählt nicht nur im Fußball zur Weltspitze, sondern auch bei der Produktion von Rohstoffen. So ist das bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas einer der größten Eisenerzproduzenten der Welt und mit 92,5 Prozentder globalen Produktion die Nummer Eins bei der Förderung von Niob – einem Metallrohstoff, der vor allem als Legierungszusatz für Stahl und Superlegierungen verwendet wird.

Zu diesem Ergebnis kommt die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in ihrer aktuellen Ausgabe der „Commodity Top News“: „Brasilien – Ein Rohstoff-Champion“, die in Zusammenarbeit mit der Germany Trade and Invest (GTAI) entstanden ist.

Rund 9.000 Bergbauunternehmen

Die brasilianische Wirtschaft profitiert deutlich vom starken Wachstum des Bergbausektors im letzten Jahrzehnt. In Brasilien erkunden und fördern derzeit rund 9.000 Bergbauunternehmen 60 verschiedene mineralische Rohstoffe. Weltweite Spitzenplätze belegt das Land nicht nur bei der Produktion von Eisenerz und Niob, sondern auch bei der Gewinnung von Tantal (2. Rang), Graphit sowie dem Aluminiumrohstoff Bauxit (jeweils Rang 3). Der Gesamtwert der in Brasilien geförderten mineralischen Rohstoffe betrug 2012 rund 51 Milliarden US-Dollar. Im Jahr 2001 waren es lediglich 6 Milliarden US-Dollar.

Auch bei den Energierohstoffen befindet sich Brasilien im Aufschwung. Die Erdölreserven (aktuell technisch und wirtschaftlich gewinnbare Menge) haben sich seit dem Jahr 2000 verdoppelt und die Ressourcen seit 2008 mehr als vervierfacht. Experten der BGR rechnen damit, dass sich Brasilien in den kommenden Jahren zu einem der größten Erdölproduzenten der Welt entwickeln könnte.

Rohstoffexporte seit 2009 verdoppelt

Insgesamt betrachtet konnte Brasilien seine Rohstoffexporte seit 2009 mehr als verdoppeln. Mit einem Gesamtwert von etwa 31 Milliarden US-Dollar war Eisenerz der bedeutendste Rohstoff im Jahr 2012. „Auch für Deutschland ist Brasilien ein wichtiger Handelspartner im Rohstoffsektor. Im Jahr 2012 wurden mineralische und Energierohstoffe im Wert von 3,5 Milliarden Euro aus Brasilien nach Deutschland importiert“, so DERA-Experte Frank Eidam. Für den Bergbausektor sind auch die deutschen Exporte nach Brasilien interessant, die vorwiegend aus chemischen Produkten und Maschinen bestehen. Sie hatten im Jahr 2012 einen Wert von insgesamt etwa 6 Milliarden Euro.

Mit Brasilien ist also nicht nur bei der Fußball-Weltmeisterschaft zu rechnen, sondern auch weiterhin bei der Rohstoffproduktion. Immerhin wurden bisher nur etwa 35 % des 8,5 Millionen Quadratkilometer großen Landes (24-mal größer als Deutschland) geologisch und lagerstättenkundlich erforscht und kartiert. Daher ist der nationale Geologische Dienst von Brasilien (CPRM – Companhia de Pesquisa de Recursos Minerais) bestrebt, mit groß angelegten Kartier – und Explorationskampagnen seinen Kenntnisstand zu erweitern und neue Potenziale ausfindig zu machen.

Der BGR-Kurzbericht kann unter deutsche-rohstoffagentur.de heruntergeladen werden.

Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe