IKB: Goldrecycling fällt, Silber nachgefragt, Platin mit Angebotsdefizit

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Goldbarren (Foto: © Rike / http://www.pixelio.de)

Düsseldorf — Die globale Goldnachfrage stagnierte im ersten Quartal 2014. Der im Jahresvergleich niedrigere Goldpreis führte zu einer höheren Schmucknachfrage (+3 Prozent). während die industrielle Nachfrage rückläufig war (-4 Prozent). Die investive Nachfrage sank um 2 Prozent. Nach dem Abbau der Nettopositionen bei ETF-Produkten (Exchange Traded Funds) im Gesamtjahr 2013 stagnierten diese nun. Im Gegenzug reduzierte sich jetzt die physische Investitionsnachfrage um fast 40 Prozent, meldet die IKB Deutsche Industriebank.

Angebotsseitig erhöhte sich die Minenproduktion (+6 Prozent), während das Goldrecycling um 13 Prozent zurückging. Der Goldpreis dürfte sich im dritten Quartal 2014 um 1.250 US-$/oz. mit einer Bandbreite von 200 US-$ bewegen.

Die Silbernachfrage hat 2013 mit einem Zuwachs von 13 Prozent ein neues Allzeithoch erreicht. Während die industrielle Nachfrage geringfügig niedriger ausfiel (stärkerer Einbruch in der Fotoindustrie), induzierte der gesunkene Silberpreis eine höhere Schmucknachfrage. Zudem erhöhte sich die investive Nachfrage. Hierbei ging die Nachfrage vor allem in Barren und Münzen, weniger in Silber-ETF’s. Das Minenangebot stieg 2013 um 3,4 Prozent auf 819 Mio. Unzen. Dem stand jedoch ein Einbruch des Silberschrottaufkommens von 24 Prozent gegenüber, sodass sich entgegen der Erwartungen ein Angebotsdefizit ergab. Für 2014 ist jedoch ein kleiner Angebotsüberschuss vorherzusehen. Die IKB erwarten im dritten Quartal 2014 eine Preisbewegung um rund 19 US-$/oz. mit einem Band von 3 US-$.

Nachdem es schon 2013 zu erheblichen Produktionsausfällen in südafrikanischen Platinminen gekommen war, wurde auch das erste Quartal 2014 von streikbedingten Ausfällen geprägt. Exakte Schätzungen über das Angebotsdefizit liegen noch nicht vor. Da die Nachfrage jedoch robust sein dürfte, erwartet die IKB den Platinpreis im dritten Quartal 2014 um 1.500 US-$/oz. mit einem Band von 250 US-$. Palladium ist angebotsseitig ebenfalls sehr knapp (Produktionsausfälle in Südafrika, mögliche Lieferbeschränkungen aus Russland). Zudem wurde im Katalysator vermehrt Platin durch Palladium substituiert. Nachdem sich ein erneutes Angebotsdefizit abzeichnet, geht die Industriebank für den Palladiumpreis von einer Bewegung um 850 US-$/oz. (+100 US-$) im dritten Quartal 2014 aus.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank