IKB: Produktion von rostfreiem Stahl in China und Osteuropa überdurchschnittlich

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Stahlschrott (Foto: Marc Weigert)

Düsseldorf — Die Produktion von rostfreiem Edelstahl ist nach vorläufigen Zahlen 2013 um 7,8 Prozent auf 38,1 Mio. t gestiegen. Zudem wurden frühere Produktionszahlen für die Vorjahre nach oben korrigiert. Während China (+18 Prozent) und Osteuropa (+13,6 Prozent) überdurchschnittlich wuchsen, stieg die Produktion in Amerika leicht an (+3,6 Prozent), während sie in Europa (-4 Prozent) rückläufig war. Insgesamt dürfte 2014 ein weiterer Produktionsrekord erfolgen. Dabei ist in Westeuropa ein Anstieg von ca. 5 Prozent zu erwarten, meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information.

In Deutschland sinkt aber nach der Schließung der Schmelze in Krefeld die Rostfrei-Produktion erneut. Die Importabhängigkeit der deutschen Nachfrager nimmt damit bei einem steigenden Bedarf nochmals zu. Etliche wichtige Abnehmerbranchen sind auf Wachstumskurs.

Rostfreie Edelstähle des Typs 1.4301 bestehen zu rd. 10 Prozent aus Nickel und 18 Prozent aus Chrom. Daher bestimmt deren Preisentwicklung die Preise für diese Güten. Der Sprung bei den Nickelpreisen hat zuletzt auf die Preise für Warmbreitband kräftig durchgeschlagen. Jedoch hat sich die Preisdifferenz zu gezogenen Stäben auf rund 650 US-$/t reduziert.

Im dritten Quartal 2014 wird sich die divergierende Entwicklung der Nickel- und Ferrochrompreise fortsetzen. Bei einer anziehenden Nachfrage nach Edelstahl sieht die IKB eine Preisbewegung bis zu 2.900 US-$ je Tonne für Warmbreitband. Der Preisabstand zu den Stäben dürfte sich jedoch stabilisieren. Für Stäbe prognostizieren die Industriebank Preise von bis zu 3.500 US-$ je Tonne. Sollte es zu Versorgungsengpässen in China infolge der indonesische Nickelexportrestriktionen kommen, treibt dies die Preise weiter.

Edelstähle des Typs 1.4401 enthalten rd. 12 Prozent Nickel, 17 Prozent Chrom sowie etwa 2 Prozent Molybdän. Wiederum folgen die Preise der Entwicklung dieser Legierungsmetalle. Infolge der anziehenden Nickel- und Ferromolybdänpreise verteuerten sich zuletzt die Preise der Güten 1.4401 stärker. Zu gezogenen Stäben sank die Preisdifferenz auf 732 US-$/t. Die Güten 1.4401 gehen traditionell in den Maschinen- und Anlagenbau. Deren erwarteter Produktionsanstieg dürfte für die Edelstahlproduzenten 2014 zu einem höheren Absatz führen. Auf Basis unserer Prognosen der Legierungsmetalle erwartet die IKB im ersten dritten Quartal 2014 bei Warmbreitband ein Preisniveau von bis zu 4.100 US-$ je Tonne. Die aktuelle Preisdifferenz zu den Stäben sollte bestehen bleiben. Dies bedeutet eine Bewegung um 4.800 US-$/t.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank