IKB: Anziehende Preise bei Legierungsmetallen ausser Ferrochrom

1218
Foto: Wikimedia/René Rausch

Düsseldorf — Die weltweite Nickelproduktion dürfte 2014 weiter auf 1,95 Mio. t anziehen. Ferrochrom konnte von den anziehenden Preisen der übrigen Legierungsmetalle nicht profitieren. Nach längerer Stagnation der Ferromolybdänpreise bis Ende des ersten Quartals 2014 kam es im zweiten Quartal zu einer Trendumkehr. Das meldet die die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information.

Trotz eines höheren Verbrauchs dürfte es bei Nickel zu einem Angebotsüberschuss von gut 90.000 t kommen. Getragen wird dies von der Ausweitung der globalen Edelstahlproduktion. Seit Jahresende 2013 hat sich die investive Nachfrage nach Nickel stark ausgeweitet und damit die Volatilität kräftig erhöht: Die Anzahl der Handelskontrakte ist um rd. 100.000 auf gut 240.000 gestiegen. Ursache sind die indonesischen Exportrestriktionen für NPI (NPI: Erze mit geringem Nickelgehalt), welche primär in China verarbeitet werden. Die Lagerbestände an der LME liegen mit rd. 284.000 t auf einem hohen Niveau. Sie entsprechen dem Bedarf von fast zwei Monaten. Die IKB erwartet daher bei den Nickelpreisen im dritten Quartal 2014 Notierungen in einem Band von 2.000 US-$ je Tonne um 18.500 US-$ je Tonne.

Bei unverändert guter Versorgungslage dürfte sich 2014 bei Ferrochrom ein hoher Angebotsüberschuss ergeben. Obwohl die Edelstahlproduktion steigt – und damit auch die Ferrochromnachfrage (+5 %) – sind die Angebotsausweitungen größer. Kurzfristige Produktionskürzungen in Südafrika infolge Strommangels hat der Markt verkraftet. Gegen Ende 2014 gehen neue Kraftwerksprojekte in Südafrika an das Netz, welche die Stromversorgungslage weiter verbessern sollten. Der prognostizierte Angebotsüberschuss dürfte die Preise 2014 niedrig halten. Die IKB sieht weiter eine Preisbewegung um 2 US-$ je lb in einer Bandbreite von 0,2 US-$ je Tonne.

Beim Ferromolybdän hat sich vor allem die eigentliche Molybdännachfrage belebt (primär aus der Öl- und Gas- sowie der Prozessindustrie). Die Nachfrageerhöhung für Edelstahl sollte 2014 einen anziehenden Bedarf an Ferromolybdän bewirken. Produktionsausweitungen bei anderen Erzen (bei denen Molybdän als Kuppelprodukt vorkommt) dürfte gleichwohl wieder zu einem leichten Angebotsüberschuss führen. Dies spricht dafür, dass das zuletzt erreichte Preisniveau auf Dauer nur schwer zu halten sein wird. Die IKB sieht bis Ende des dritten Quartals 2014 den Ferromolybdänpreis bei rund 32 US-$/kg mit einer Bandbreite von 4 US-$ je kg.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank