IKB: Schrottmarkt war im Mai weitgehend ausbalanciert

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Stahlschrott (Foto: Kürth/Recyclingportal.eu)

Düsseldorf — Im Mai 2014 veränderten sich die Schrottpreise im Durchschnitt um etwa 2,50 €/t. Der Markt war weitgehend ausbalanciert. Die Exporte in die Türkei blieben überschaubar. Die innenpolitische Krise in der Türkei hält weiter an, die türkische Stahlproduktion lag Ende April noch um fast 3 Prozent unter dem Vorjahresniveau, informiert die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information.

Die IKB rechnet vor Beginn des Ramadan (Start Ende Juni) nicht mehr mit höheren Orders aus der Türkei. Die leicht höheren Orders der italienischen Stahlhersteller blieben preislich auf dem Vormonatsniveau. Insgesamt stützt aber vor allem die hohe Auslastung der deutschen Stahlwerke den Inlandsabsatz der Branche. Im Verlauf des Juni dürfte die übliche Sommerdelle der Preise einsetzen. De IKB erwartet im Juni 2014 einen Preisrückgang von ca. 10 bis 15 €/t. Ab September ist mit einem etwas stärkeren Anstieg zurechnen.

Die Weltrohstahlproduktion expandierte bis Ende April 2014 um 2,5 Prozent. Für das Gesamtjahr bleibt die IKB bei ihrer Produktionsprognose von bis zu 1,7 Mrd. t Rohstahl. China dürfte bis zu 820 Mio. t Rohstahl erzeugen. Der nord- und südamerikanische Markt dürfte dagegen nur sehr leicht wachsen. Jedoch zog der Ausstoß in der EU 28 (+6 Prozent) an. Impulse kommen von der Wiederbelebung in Italien, Frankreich, Spanien und UK. Deutschland könnte im Gesamtjahr seine Tonnage um bis zu 4 Prozent ausweiten: Für 2014 sieht die Industriebank eine Tonnage von bis zu 44 Mio. t. Die konjunkturelle Belebung im Jahr 2014 wird im Inland vor allem durch die Nachfrage der Automobilindustrie, des Maschinenbaus und der Bauwirtschaft getragen.

Die Weltstahlpreise zogen im Mai 2014 um 1,5 bis 2 Prozent an. Lediglich baunahe Güten stagnierten. Innerhalb Europas gab Bewehrungsstahl um gut 1 Prozent nach, während Flachprodukte weitestgehend stagnierten. Die Spotmarktpreise für Eisenerz gaben jedoch im Monatsverlauf um bis zu 20 US-$/t nach: Die Ausweitung der Minenkapazitäten ist noch nicht absorbiert. Für 2014 und 2015 ist daher von einer ausgesprochenen guten Erzversorgung auszugehen, was den Erzpreisanstieg begrenzt (Spotnotierung). Temporäre Lieferstörungen aus der Ukraine – die Produktion liegt um 9 Prozent unter Vorjahr –- könnten den europäischen Preisen Auftrieb geben. Bei den Weltstahlpreisen sieht die IKB im dritten Quartal 2014 einen Anstieg von ca. 4 Prozent. In Europa erwartet sier eine weitgehend gleichgerichtete Entwicklung.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank