Verpackungskunststoffe: EU fördert „Peppcycle“-Projekt

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Bereit fürs Recycling: Gepresste Ballen und Kunststoffsäcke mit Plastikverpackungsabfällen auf einem Wertstoffhof (Foto: Petra Hoeß, Fabion Markt + Medien / abfallbild.de)

Die Europäische Union fördert ein zukunftsweisendes Projekt des Grünen Punkts im Rahmen ihres LIFE-Programms zur Unterstützung von Projekten im Umwelt- und Naturschutz. Das Projekt „Peppcycle“ unterstütze die EU-Kunststoffstrategie und den Aktionsplan der EU zur Kreislaufwirtschaft, es trage außerdem dazu bei, die Ziele der Klimapolitik bis 2030 zu erreichen, begründete die EU-Kommission die Entscheidung.

„Die positive Entscheidung der EU bedeutet nicht nur eine wichtige finanzielle Förderung, sondern ist vor allem eine überaus bedeutende Würdigung des Projekts“, sagt Michael Wiener, CEO des Grünen Punkts. „Peppcycle ist damit als zukunftsweisende Technologie für die Kreislaufwirtschaft anerkannt.“ Voraussetzung für den Start des Projekts ist allerdings der Abschluss entsprechender Abnahmeverträge: „Ohne Kunden für die hergestellten Rezyklate macht die Investition keinen Sinn“, betont Wiener. „Die Industrie ist jetzt ihrerseits gefragt, die Rezyklate einzusetzen und das Projekt dadurch zu unterstützen.“

Großtechnische Anlage geplant

Im Rahmen von „Peppcycle“ plant der Grüne Punkt eine großtechnische Anlage zum hochwertigen Recycling von Verpackungsabfällen aus dem Gelben Sack beziehungsweise der Gelben Tonne. Im Endausbau würde die Anlage insgesamt circa 36.000 Tonnen hochwertige Rezyklate im Jahr herstellen. Die erzeugten Rezyklate – vornehmlich Polyethylen hoher Dichte (HDPE) und Polypropylen (PP) – erreichen eine zu neuen Kunststoffen vergleichbare Qualität und eignen sich daher unter anderem zur Herstellung von neuen Verkaufsverpackungen.

„Mit diesem Projekt können wir zum ersten Mal im größeren Maßstab den Kreislauf für Verpackungskunststoffe schließen“, ist Dr. Markus Helftewes, Geschäftsführer des Grünen Punkts, überzeugt. „Aus Verpackungsabfällen werden so wieder neue Verpackungen. Dabei sparen wir fossile Ressourcen, Energie und Treibhausgase ein, verglichen mit der Herstellung von neuen Kunststoffen.“ Insgesamt betragen die Investitionskosten der Großanlage in den nächsten fünf Jahren circa 38 Millionen Euro. Die LIFE-Förderung durch die Europäische Union umfasst 4,07 Millionen Euro an Projektkosten bis 2022. Die Entscheidung über den Standort der neuen Anlage steht noch aus.

Quelle: Der Grüne Punkt