“Dem Abfall auf der Spur“: Starke Resonanz auf Seminarreihe zu Altglas-Verwertung

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Flaschenguss (Foto: Kroll/Recyclingportal.eu)

Hof/Steinbach a.Wald — „Die Resonanz auf unsere Seminarreihe ‚Dem Abfall auf der Spur‘ ist riesig“, freut sich Hermann Knoblich, Sachgebietsleiter beim AZV. „Die Leute wollen sehen, was mit den Wertstoffen geschieht, die sie an den Wertstoffinseln, -höfen und -mobilen abgeben.“  Diesmal führte die Exkursion die Teilnehmer zur Firma Wiegand-Glas in Steinbach am Wald. Die Firma ist das letzte deutsche Familienunternehmen der Behälterglasindustrie. Die Geschichte reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Der Marktanteil beträgt rund 14 Prozent. Jede zehnte Flasche, die in Deutschland verkauft wird, kommt demnach aus den Wiegand-Glashütten. Als Rohstoff wird zu 80 Prozent Altglas eingesetzt. Bis zu 360.000 Tonnen Scherben werden in Steinbach im Jahr verarbeitet.

Bernhard Prechtl, Abteilungsleiter für die Altglas-Aufbereitung, stellt den Besuchern die umfangreiche Anlage vor.  Eine ausgeklügelte Aufbereitungstechnik aus Magnetabscheidern, Nichteisenmetallseparatoren und anderen Aggregaten sorgt dafür, dass das Glas ohne Fremdstoffe in die Schmelzwannen gelangt. Ein spezielles Ausscheidegerät schießt mit Luft Keramik- und Porzellanteile sowie Steine aus. Mit Lasersensoren, Farbkameras und Ähnlichem ist es möglich, andersfarbiges Glas auszuschleusen. Entscheidend ist dies vor allem beim Weißglas, dass nur äußerst wenig andersfarbiges Glas verträgt.

„Die Aufbereitung des Altglases wird immer wichtiger“, betonzt Bernhard Prechtl. Es sei daher entscheidend, dass das Altglas möglichst sortenrein und farbgetrennt gesammelt wird. Je reiner und farbgetrennter das Altglas gesammelt wird, desto weniger muss aussortiert werden und desto weniger Scherbenrohstoff geht verlustig. Wichtig ist der Einsatz des Altglases auch hinsichtlich der Energieeinsparung. Rund 25 Prozent weniger Energie werden gegenüber der Neuherstellung von Glas benötigt.

Der Kreislauf schließt sich, als die Teilnehmer in die Produktionshalle geführt werden. Geschmolzenes, 1.200° heißes Glas tropft in eine Form und wird erst gepresst, dann geblasen und in Sekundenschnelle ist eine neue Flasche entstanden. Über Fließbänder werden die fertigen Flaschen zu verschiedenen Kontrollstellen befördert. Entspricht eine nicht den Anforderungen, wird sie zurück in die Glut geschickt und erneut eingeschmolzen. Am Ende der Produktion steht die automatische Verpackung der Flaschen.

Beeindruckt gelangen die Teilnehmer von ihrer Tour in den Vortragsraum zurück. Wohl jedem ist klar geworden, dass die Sammlung von Altglas wirklich Sinn macht. Die Hofer sind bereits gut dabei. Mit 3500 Tonnen Altglas pro Jahr tragen Sie zur derzeitigen hohen Recyclingquote von über 80 Prozent bei.

Quelle: Abfallzweckverband Stadt und Landkreis Hof ( AZV)