Meyer-Galow-Preis für Wirtschaftschemie 2018 geht an Markus Rarbach

691
Foto: Pixabay

Der Wissenschaftler hat mit seinem Team die sunliquid-Technologie entwickelt, mit der sich nahezu treibhausgasneutraler Biokraftstoff erzeugen lässt.

Dr. Markus Rarbach (Clariant) erhält am 14. November den Meyer-Galow-Preis für Wirtschaftschemie. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird von der gleichnamigen Stiftung verliehen, die bei der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) angesiedelt ist. Die Auszeichnung erhalten Wissenschaftler, die eine aktuelle Innovation der Chemie vorangetrieben haben. Rarbach hat mit seinem Team die sunliquid-Technologie entwickelt, mit der sich nahezu treibhausgasneutraler Biokraftstoff erzeugen lässt, und diese Technologie erfolgreich am Markt eingeführt. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen einer Feierstunde im Clariant Innovation Center, Frankfurt und wird vom GDCh-Präsidenten Dr. Matthias Urmann vorgenommen.

Dr. Markus Rarbach (Foto: Clariant)

Mit der sunliquid-Technologie kann nachhaltiger und nahezu klimaneutraler Biokraftstoff erzeugt werden. Das sogenannte Zellulose-Ethanol lässt sich aus Pflanzenabfällen herstellen. So werden beispielsweise Weizen- und Maisstroh in Zellulose-Zucker umgewandelt. Eine anschließende Fermentation macht aus dem Zucker schließlich Zellulose-Ethanol. Durch das Verfahren konnten neue Rohstoffe für die Produktion von Biokraftstoffen erschlossen und gleichzeitig deren Leistung und das Umweltprofil verbessert werden. Zellulose-Zucker lassen sich außerdem als Ausgangsstoffe für die künftige Produktion von biobasierten Chemikalien verwenden.

Aktuell baut Clariant, ein weltweit führendes Unternehmen für Spezialchemikalien mit Sitz in Muttenz bei Basel in der Schweiz, in Rumänien die erste sunliquid-Großanlage. Bei voller Kapazitätsauslastung soll die Anlage pro Jahr circa 250.000 Tonnen Weizen- und anderes Getreidestroh, das von lokalen Landwirten bezogen wird, zu 50.000 Tonnen Zellulose-Ethanol verarbeiten.

Quelle: Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.