Swico Recycling: Seit 20 Jahren an der Spitze der Elektro(nik)-Entsorgung

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Jean-Marc Hensch, SWICO-Geschäftsführer (Foto: SWICO)

Zürich, Schweiz — Seit 20 Jahren sorgt Swico Recycling für die fachgerechte Entsorgung und Recycling ausgedienter Altgeräte aus Informatik, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik. Die Schweiz war 1994 Pionier in Sachen Elektronik-Recycling und ist auch heute weltweit führend auf dem Gebiet. Am Greenforum 2014 konnte Swico denn auch auf eine Erfolgsgeschichte zurückblicken. Sich auf den Loorbeeren ausruhen kann sich das Recycling-System aber dennoch nicht.

Das Recycling- und Entsorgungskonzept ausgedienter Computer und elektronischer Bürogeräte „Swico Recycling Garantie“ wurde 1994 als Branchenlösung ins Leben gerufen – vier Jahre bevor die Recycling-Pflicht gesetzlich verankert wurde. Erst 1998 tritt die Verordnung über die Rücknahme und die Entsorgung elektronischer Geräte in Kraft (VREG). Darin ist sowohl die Rückgabepflicht seitens der Konsumenten wie auch die Rücknahme- und Recycling-Pflicht der Hersteller geregelt.

Potential bei Handys

In der Schweiz können Elektro-Altgeräte seitdem kostenlos zum Recycling abgegeben werden. Dies dank der vorgezogene Recyclinggebühr (vRG), die beim Kauf eines neuen Produkts bezahlt wird. Eine Regelung, die Erfolg verspricht: Je nach Kategorie gelangen bis zu 95 Prozent der Geräte in den Recycling-Kreislauf. Zum Vergleich: Die EU strebt bis im Jahr 2016 eine Rücklaufquote von 65 Prozent an. Die Schweiz ist damit führend und gilt international als Vorbild.

Trotz der guten Position besteht aber auch in der Schweiz noch Verbesserungspotential. Insbesondere bei den Mobiltelefonen ist die Rücklaufquote mit rund 20 Prozent noch deutlich zu tief. Nicht mehr gebrauchte Handys werden aufgrund ihrer Grösse gerne in Schubladen und Schränken vergessen oder werden einfach in den Abfall geworfen.

Rahmenbedingungen gefährdet

Aber auch auf politischer Seite besteht Handlungsbedarf. Die Behörden planen regulatorische Änderungen, die das Erfolgsmodell bedrohen. So hat im Sommer letzten Jahres das Bundesamt für Umwelt BAFU eine Vorlage zur Revision der Rücknahme-Verordnung VREG vorgelegt. Kernpunkt dabei ist die Einführung eines Bundesobligatoriums als Konkurrenz statt als Ergänzung zu den bisherigen Systemen. Die Nachteile der vorgeschlagenen Revision gegenüber der bestehenden, schlanken und hocheffizienten Lösung sind zurzeit noch gravierend und müssen zwingend behoben werden. Die Systeme und die Behörden sind gegenwärtig in Kontakt, um eine vernünftige, kostengünstige und effiziente Lösung zu entwickeln, die die Eigeninitiative und die Selbstregulierung nicht untergräbt.

Technologiewandel erreicht das Recycling

Seit Gründung von Swico Recycling hat das Gesamtgewicht der zurückgenommenen Elektroaltgeräte stetig zugenommen. Pünktlich zum Jubiläum hat sich der Technologiewandel bei den Elektronikgeräten wie erwartet erstmals auch im Recycling bemerkbar gemacht. Zwar sind die Stückzahlen nach wie vor angestiegen; das Gesamtgewicht an Geräten aus Informatik, Unterhaltungselektronik und Telekommunikation ist allerdings auf 55.304 Tonnen zurückgegangen (Vorjahr: 61.295 Tonnen).

Dieser Strukturwandel ist hauptsächlich auf die Umverteilung bei Flach- und Röhrenbildschirmen zurückzuführen. Wurden im Jahr 2012 noch rund 880.000 Röhrenbildschrime (PC-Monitore und Fernseher) zurückgebracht, ist die Zahl um 30 Prozent auf 603.000 Stück im Jahr 2013 gesunken. Die Menge an Flachbildschirmen (PC und TV) hingengen ist um 30 Prozent gestiegen, von 461.000 Stück im 2012 auf 603.000 im 2013. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend auch in Zukunft fortsetzt, da die Geräte generell immer leichter werden.

Quelle: SWICO