VBS-Jahrestagung: Leidenschaftlicher Appel von Erwin Huber MdL für fairen Wettbewerb

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BDE-Präsident Peter Kurth, VBS-Vizepräsident Rainer Hofmann, VBS-Präsident Otto Heinz, MdL Erwin Huber, VBS-Vizepräsident Richard Meindl, MdL Walter Taubeneder (Foto: VBS)

Die Jahrestagung des Verbandes der Bayerischen Entsorgungsunternehmen e.V. (VBS) vom 12. bis 14. Oktober 2018 in Bad Griesbach stand ganz im Zeichen der Landtagswahl. Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über die richtigen Rahmenbedingungen für einen weiteren Ausbau der Kreislaufwirtschaft. Erfreulich war die hohe Beteiligung: VBS-Präsident Otto Heinz konnte über 320 Gäste und Mitglieder begrüßen.

Der diesjährige Festredner, Staatsminister Erwin Huber MdL, betonte dass die mittelständisch geprägte Entsorgungswirtschaft in Bayern einen maßgeblichen Beitrag zum Gemeinwohl leiste und forderte ein klares Bekenntnis der Politik zum Mittelstand und zum fairen Wettbewerb. VBS-Präsident Otto Heinz dankte Huber, dem der nächsten Bayerischen Landtag nicht mehr angehören wird, dafür, dass er sich in den vergangenen Jahren sehr engagiert für faire Wettbewerbsbedingungen in der Branche stark gemacht und stets ein offenes Ohr für die Themen der Branche gezeigt hatte.

VBS-Präsident: Politik muss in Grundsatzfragen die richtigen Weichen stellen

Neben stabilen Verhältnissen erhofft sich die bayerische Entsorgungswirtschaft wichtige Impulse von der neuen Legislaturperiode des Landtags. „Wir wollen die Kreislaufwirtschaft weiter voran bringen“, sagte VBS-Präsident Otto Heinz anlässlich der Jahrestagung. Im Vorfeld der Landtagswahl hatte der Verband die flächendecke Einführung der Biotonne in Bayern und Markttests für bürgernahe Entsorgungsleistungen gefordert. Hierzu führte der VBS-Präsident aus: „Kein Mensch fährt seinen Biomüll zum Wertstoffhof! Daher landet er viel zu häufig in den kommunalen Verbrennungsanlagen. Wir appellieren deshalb an die Verantwortlichen, das Kreislaufwirtschaftsgesetz im Sinne des Klima- und Ressourcenschutzes endlich ernst zu nehmen und jedem Bürger in Bayern direkten Zugang zu einer Biotonne zu ermöglichen. Ebenso grundsätzlich muss die Politik überprüfen, ob kommunale Wirtschaftstätigkeit auf das notwendige Maß begrenzt bleibt – der aktuelle Rekommunalisierungstrend in bayerischen Kommunen ist eine große Bedrohung für die mittelständischen Betriebe der Entsorgungswirtschaft.“

Podiumsveranstaltung zur Kreislaufwirtschaft 4.0

In  der Podiumsdiskussion diskutierte Otto Heinz mit Volker Fennemann (Fraunhofer IML), Dr. Hartmut Hoffmann (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und Heino Jahn (Vorsitzender VKS Landesgruppe Bayern). Es herrschte Einigkeit darüber, dass der Megatrend  Digitalisierung die Entsorgungswirtschaft verändern wird: So muss sich die Branche unter anderem auf neue Wettbewerber mit neuen Geschäftsmodellen einstellen. Zuletzt hatte der Einstieg des größten europäischen Handelskonzerns in das Systemgeschäft und die vorherige Übernahme der Tönsmeier-Gruppe für großes Aufsehen in der Branche gesorgt.

Einstimmige Wahlergebnisse

Die Mitgliederversammlung wählte einstimmig Otto Heinz erneut zum Präsidenten. Auch der erweiterte Vorstand wurde bestätigt: Reiner Büchl jun., Michael Buchheit, Frank Gärtner, Matthias Harms und Markus Wittmann. Die Jahrestagung war mit 320 Teilnehmern gut besucht. Neben den Mitgliedern nahmen zahlreiche geladene Gäste aus Politik, Verwaltung, befreundeten Verbänden und diversen weiteren Institutionen an der Tagung teil. Erstmals wurde die Veranstaltung klimaneutral abgehalten, das heißt die zuvor berechnete emittierte Menge von 29 Tonnen CO2 wurde in einem hochwertigen myclimate-Klimaschutzprojekt „Aus Abfall wird Biodünger“ in Nepal kompensiert.

Quelle: Verband der Bayerischen Entsorgungsunternehmen e.V. (VBS)