Fairphone erreicht Crowdfunding-Ziel: 2,5 Millionen Euro für mehr Wachstum

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Foto: pexels

Fairphone, der Smartphone-Hersteller aus den Niederlanden, hat das Ziel seiner Crowdfunding-Kampagne erreicht. Die angestrebten 2,5 Millionen Euro kamen einen Tag vor dem Ende der Kampagne Mitte August dieses Jahres zusammen, während vorher schon innerhalb von 13 Tagen 1,3 Millionen Euro gesammelt wurden. Das Unternehmen strebt die Produktion von Smartphones ohne Ausbeutung von Mensch und Natur an, es will außerdem eine Bewegung für faire Elektronik vorantreiben.

Höchste Zahl von Einzelanlegern
Insgesamt 1800 Unterstützer aktivierte die Crowdfunding-Kampagne, sie investierten individuell Summen zwischen 250 und 5000 Euro. Die Plattform Oneplanetcrowd meldet damit die bislang höchste Zahl von Einzelanlegern. Die Investoren haben die Möglichkeit, ihre Anleihen in Unternehmensanteile umzuwandeln. Anders als bislang steckt Fairphone das frische Geld nicht in die Entwicklung eines neuen Produkts. Es fließt diesmal in die Verbesserung der Lieferketten und in den Ausbau des Unternehmens. Nach Ansicht von Experten reicht diese Summe noch nicht aus, um den Erhalt des Unternehmens zu sichern: Sie sehen Bedarf für weitere Investitionen. Die Niederländer verkauften bislang über 160.000 Geräte: Das ist bemerkenswert viel für ein umwelt- und menschenfreundliches Produkt – im Vergleich zu den Global Playern dieser Branche aber wenig.

Großer Erfolg bringt Probleme
Fairphone steht für menschenwürdige Arbeitsbedingungen in den Fabriken. Zur Unternehmensphilosophie zählen auch die nachhaltige Rohstoffgewinnung und eine hohe Recyclingquote. Technik und Nutzerqualität (Usability) dieser Smartphones sind gut, das Design ist robust. Das gilt auch für die Software: Sie ist aktuell – aber nicht immer auf dem allerneuesten Stand der Entwicklung. Kurioserweise ist gerade die hohe Beliebtheit vom Fairphone bei der potenziellen Kundschaft ein Problem. Das Unternehmen hatte nicht mit dem großen Erfolg beim modularen Fairphone 2 gerechnet und zu kleine Stückzahlen produziert. Es gibt zudem gelegentlich Probleme mit Zulieferern.

Lange Nutzungsdauer und faire Produktionsbedingungen
Das Fairphone ist so gestaltet, dass es durch einfache Reparaturmöglichkeiten und auswechselbare Module eine lange Haltbarkeitsdauer besitzt. Das Unternehmen schließt durch Transparenz die Lücke zwischen Mensch und Produkt. Die Lieferketten für jedes einzelne Teil des Smartphones hat die Firma im Blick und schaut bei den Zulieferern schon bis auf die zweite Ebene. Angestrebt ist die Transparenz bis zur dritten und vierten Ebene. Fairphone will sich mit jedem Lieferanten individuell befassen: Überall gibt es noch ökologisches und soziales Verbesserungspotenzial.

Transparenz und langfristige Beziehungen
Fairphone strebt langfristige Beziehungen mit Zulieferern und eigenem Personal an: So entstehen gute Arbeitsbedingungen. Das Unternehmen sucht nach Recycling-Optionen für elektronische Geräte, um den Elektromüll zu reduzieren. Die Fairphone-Community steht für das globale Umdenken durch Wissen. Alle Nutzer und Interessenten haben jederzeit die Möglichkeit, dieser Community beizutreten.

Autor: Sebastian Sturmer

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