Wettbewerbseinschränkungen: bvse warnt vor DSD-Übernahme durch Remondis

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Foto: Pixabay

Die Übernahme der DSD GmbH durch Remondis steht wieder im Raum. Das berichten verschiedene Medien, wie beispielsweise heute die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ).

„Unsere Meinung hat sich nicht geändert. Die Übernahme der DSD GmbH durch Remondis wird zu weiteren Wettbewerbseinschränkungen in der Recycling- und Entsorgungsbranche führen. Wir warnen eindringlich vor dieser Hochzeit der Giganten und gehen davon aus, dass das Bundeskartellamt das Verfahren an sich ziehen wird und fordern die Kartellbehörden auf, ganz genau hinzuschauen und diese Übernahme nicht durchzuwinken“, erklärt dazu Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung.

Diese Entwicklung nicht einfach laufen lassen

Remondis, mit einem Jahresumsatz von circa 7,3 Milliarden Euro, ist der mit großem Abstand führende Entsorgungskonzern in Deutschland. Andererseits ist die DSD GmbH mit ihrem Marktanteil von rund 35 Prozent an der Verpackungsentsorgung aus privaten Haushalten das mit Abstand größte duale System. Viele mittelständische Entsorger haben sich in der Vergangenheit an Ausschreibungen des Dualen Systems Deutschlands im Sammel-, aber auch Sortierbereich beteiligt. Jetzt wird der Hauptkonkurrent und Branchenriese Remondis mit der DSD-Übernahme gleichzeitig auch Auftraggeber. Rehbock: „Das kann nur zu einer weiteren Marktkonzentration führen. Die Zeche wird früher oder später der Verbraucher zahlen.“

Flächendeckende Rückführungssysteme tragen von sich aus im Kern das Konzept dualer Systeme und damit eine zwingende Tendenz zur Oligopol- oder gar zur Monopolbildung. Dem muss nach Meinung des bvse durch dezentrale Vergabestrukturen entgegengewirkt werden, wenn man eine regional verankerte und mittelständisch geprägte Wirtschaftsstruktur erhalten will. Der Verband fordert daher, dass die Ausschreibungen für Sammlung und Sortierung von Verpackungsabfällen aus privaten Haushalten nicht mehr von den dualen Systemen, sondern von neutraler Seite, etwa von der neugegründeten Zentralen Stelle, vorgenommen werden. „Die Politik darf diese Entwicklung nicht einfach laufen lassen, sonst blutet der Mittelstand aus“, befürchtet bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock.

Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.

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