Eine preiswerte Lösung für die Qualitätssicherung in der Kunststoffindustrie

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Kunststoff-Granulat (Foto: Pixabay)

Die J&M Analytik AG in Essingen entwickelt gemeinsam mit dem SKZ in Würzburg ein modulares Prozessmesssystem, basiert auf spektroskopischen Sonden zur Kontrolle wichtiger Materialparameter wie Feuchte, Polymerabbau und Farbe im Verarbeitungsprozess.

Der Ruf nach einer lückenlosen Qualitätskontrolle wird auch in der Kunststoffaufbereitung und -verarbeitung lauter. Hierbei wird es immer wichtiger, bereits im laufenden Prozess wichtige Materialparameter zu kennen. Allerdings sind Messsysteme auf Basis optischer Spektroskopie, welche dabei eine Vielzahl von Kenngrößen aus den Spektren ermitteln können, oft sehr teuer und zu komplex in der Anwendung.

Um die Anwendung der Spektroskopie in der Prozesskontrolle zu vereinfachen und eine deutlich preiswertere Lösung anbieten zu können, kooperieren die J&M Analytik AG, ein weltweit agierender Hersteller und Dienstleister im Bereich der UV/VIS/NIR-Spektroskopie, und das SKZ seit mehr als zwei Jahren. Im Fokus der intensiven Zusammenarbeit liegen hierbei vor allem Spritzgießen, Extrudieren und Compoundieren. Diese Kooperation trägt bereits erste Früchte.

Für Versuche zur Verfügung

Gemeinsam ist die modulare Systemplattform „ExtruSens“ entwickelt worden, welche mittels kostengünstiger LED-Beleuchtung und Halbleiter-Sensorik verschiedene Prozesskenngrößen gezielt inline bestimmt. Unternehmen können aktuell drei grundlegende Funktionalitäten nutzen: Bestimmung des Feuchtegehalts von Granulaten und Pulvern, Detektieren des hydrolytischen Abbaus von hygroskopischen Polymeren wie PA, PET oder PLA sowie Überwachung der Farbe der Kunststoffschmelze für einen besseren Einblick in Farbwechsel- und Ausspülprozesse. Die einzelnen Module sind den Angaben nach zu einem Fünftel des Preises klassischer spektroskopischer Lösungen verfügbar.

Als weitere Einsatzfelder für die ExtruSens-Plattform sind auch die Lebensmittel- und Pharmaindustrie interessant. Die erste Entwicklungsstufe des Systems ist voll funktionsfähig und steht interessierten Unternehmen für Versuche zur Verfügung.

Quelle: SKZ – Das Kunststoff-Zentrum