IKB: Gute Versorgung mit Aluminium gegeben, weiterer Lagerabbau erwartet

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Aluminium-Schrott (Foto: Marc Weigert)

Die globale Primäraluminiumproduktion lag Ende Juli 2018 knapp unter Vorjahresniveau. Erwartet werden für 2018 eine Erzeugung von rund 64 Millionen Tonnen sowie weitere elf Millionen Recyclingaluminium.

Das berichtet die IKB Deutsche Industriebank AG in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information. China hat die etwas geringere Produktion infolge von Abschaltungen im ersten Quartal schon zu einem Großteil aufgeholt. Im übrigen Asien erfolgte ein kräftiger Anstieg (+15,5 %). In Europa war eine weitgehend stabile Produktion zu beobachten, in Nordamerika gab sie nach. Die Produktion in den Golfstaaten zog weiter an. Unverändert sehr gut sind die Aussichten in allen relevanten Abnehmerbereichen: Neben Impulsen vom Leichtbau in der Automobilindustrie sorgen volle Auftragsbücher der Luftfahrtindustrie und die gute Konjunktur der Baubranche in Kontinentaleuropa für einen hohen Absatz.

Die Lagerbestände von Primäraluminium an der LME haben sich weiter vermindert: Diese liegen nun bei 1,07 Millionen Tonnen. An der SHFE gaben die Bestände zuletzt auf rund 882.000 Tonnen nach. In den Lagern der Comex dagegen befinden sich nur noch 8.000 Tonnen. Damit ist eine gute Versorgung gegeben. Die LME-Bestände an Recyclinglegierungen machen lediglich 13.500 Tonnen aus. Die Vorräte entsprechen dem Gesamtverbrauch (Primär- und Recyclingaluminium) von zehn Tagen. Ein weiterer Ausbau der Kapazitäten für Recyclingaluminium sichert die langfristige Versorgung. Bis Ende des Jahres 2018 erwartet IKB einen weiteren Lagerabbau bei Primäraluminium. US-Zölle auf Aluminiumeinfuhren erhöhen das dortige Inlandspreisniveau nachhaltig, da in amerikanischen Lagerhäusern nur sehr geringe Vorräte sind. Zudem werden die Zölle voll an die Endkunden weitergegeben.

Die Primäraluminiumpreise verzeichneten im bisherigen Jahresverlauf ein Wechselbad: Die angekündigten US-Sanktionen gegenüber dem russischen Produzenten Rusal führten zu einem Preissprung. Allerdings hielt dieser Trend nicht lange. Nachdem ein Aufschub für eine Neuzusammensetzung des Gesellschafterkreises bis Oktober des Jahres gegeben wurde, beruhigte sich der Markt wieder. Die investive Nachfrage zog ebenfalls an: Die Zahl der Handelskontrakte stieg im Verlauf des August um gut zehn Prozent. Bis Ende 2018 wird eine Preisbewegung für Primäraluminium um die Marke von 2.200 US-Dollar je Tonne in einem Band von +300 US-Dollar je Tonne erwartet. Sollten jedoch Ende Oktober die Sanktionen gegen Rusal greifen, dürften die Preise um 200 bis 300 US-Dollar pro Tonne anziehen. Die Notierung von Recyclingaluminium an der LME dürfte sich dagegen um rund 500 US-Dollar je Tonne unter diesen Werten bewegen.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank AG