Recyclingaluminium: Fachmesse Aluminium 2018 zeigt Potenziale

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Foto: Behrendt & Rausch Fotografie GbR

Aluminiumrecycling gewinnt als Rohstoffquelle an Bedeutung. Recyceltes Aluminium wird in Form von Guss- und Knetlegierungen hergestellt. Qualitativ gibt es keinen Unterschied zu Primäraluminium. Die neuesten Entwicklungen und Potenziale des Aluminiumrecyclings zeigt die Branchenmesse Aluminium vom 9. bis 11. Oktober in Düsseldorf.

Für den Wertstoffkreislauf Aluminium ist die Schrottversorgung der Engpass. Denn Aluminium wird vornehmlich in Produkten mit langer Lebensdauer genutzt, zum Beispiel in Bauanwendungen wie Fenster oder im Automobil. Fenster zum Beispiel haben eine Lebensdauer von teilweise über 50 Jahren. So lange muss gewartet werden, bis die Schrotte in den Kreislauf zurückgeführt werden. Nicht zuletzt deshalb sind rund 75 Prozent des jemals produzierten Aluminiums immer noch im Gebrauch und stehen somit dem Recycling noch nicht zur Verfügung.

Lange bevor die Notwendigkeit einer nachhaltigen Entwicklung breit diskutiert wurde, hat die globale Aluminiumindustrie ihren Werkstoff bereits in einem weitgehend geschlossenen Kreislauf von Metallgewinnung, -verarbeitung, -nutzung und -rückgewinnung geführt. Die produktbezogenen Materialkreisläufe von der Gewinnung über die Verarbeitung und Nutzung bis hin zur Rückgewinnung des Metalls sind heute schon weit geschlossen – je nach Anwendungsmarkt. Dies gilt schon immer für langlebige Anwendungen bei Automobilen oder Gebäuden – mit Recyclingraten von rund 95 Prozent – und inzwischen auch für relativ kurzlebige Produktanwendungen in der Verpackung. Hier sind Recyclingraten von mehr als 80 Prozent in Deutschland erreicht, im EU-Raum steigen die Verwertungsquoten kontinuierlich.

Die Aluminiumbranche ruht sich auf diesen Erfolgen keineswegs aus, sondern arbeitet weiter daran, die bestehenden Lücken in der Kreislaufwirtschaft weiter zu schließen. Um den Rohstoff in Deutschland noch intensiver zu verwerten, investieren deutsche Aluminiumbetriebe in den Ausbau der Recyclingkapazitäten und greifen dabei auf moderne Anlagentechnik zurück.

Altschrotte decken 20 Prozent des Aluminiumbedarfs

Im Jahr 2016 fielen nach Schätzungen des International Aluminium Institute weltweit rund 17 Millionen Tonnen Aluminium-Altschrotte an. Dieses Aufkommen wird auf etwa 21 Millionen Tonnen im Jahr 2020 ansteigen. Das entspricht einem Anteil von mehr als einem Drittel der heutigen Weltproduktion von Hüttenaluminium. Heute werden weltweit rund 20 Prozent des Aluminiumbedarfs über Altschrotte gedeckt. Neuschrotte sind eine weitere Rohstoffquelle. Darunter versteht man beispielsweise die Verschnitte bei der Halbzeugproduktion, Angüsse aus den Formgießereien oder Späne aus der mechanischen Bearbeitung von Halbzeugen und Produkten. Dabei gilt zunächst: Ein steigender Aluminiumbedarf führt zu einer größeren Nachfrage an Halbzeugen, was ein höheres Schrottaufkommen zur Folge hat. Außer, es gelingt durch Prozessoptimierungen, den Anfall an Schrotten zu reduzieren. Das wird soweit möglich auch umgesetzt. Schließlich ist es im eigenen betriebswirtschaftlichen Interesse. Mehr Schrott bedeutet weniger Produkt und damit eine ineffizientere Produktion.

Aluminiumschrotte zählen zu den wirtschaftlich wertvollsten Sekundärrohstoffen. Ihre Rückgewinnung und Wiederverwertung schont Ressourcen und leistet einen wichtigen Beitrag, den Anstieg an Treibhausgasen zu begrenzen. Schon deshalb ist es im ureigenen Interesse der Aluminiumindustrie, vorhandene Schrotte zu nutzen. Am Ende der Nutzung von Aluminium-Produkten – sei es aus dem Bauwesen, dem Verkehr oder der Verpackung – gilt es daher, diese Produkte durch entsprechende Erfassungssysteme – Altautoverwertung, Aus- und Rückbau, Pfandsysteme bzw. Wertstofftonne – im Wertstoffkreislauf zu halten.

Gerade durch den Megatrend „Leichtbau“ wird mehr und mehr Aluminium nachgefragt und zu unterschiedlichsten Produkten verarbeitet, die es später nach Gebrauch wieder als wertvolle Ressource im Wirtschaftskreislauf zu halten gilt. Der Pool an Aluminium-Schrotten wird stark anwachsen und damit auch die Anforderungen steigen, die an die Aufbereitung und Sortierung einerseits und den Metallhandel als Zwischenglied zwischen Erfassung und Einschmelzen insbesondere von Altschrotten andererseits zukommt.

Recycling-Pavillon auf der Aluminium 2018

Die neuesten Entwicklungen und Potenziale des Leichtmetall-Recyclings zeigt vom 9. bis 11. Oktober die Fachmesse Aluminium in Düsseldorf. Dem Thema Recycling widmet die Messe dabei eine eigene Ausstellungsfläche. Insgesamt werden rund 1.000 Aussteller und 27.000 Besucher aus 100 Nationen erwartet. Die Ausstellungsfläche wächst in diesem Jahr auf 80.000 Quadratmeter an.

In sechs Messehallen präsentieren Global Player, Spezialisten und junge innovative Unternehmen das komplette Sortiment der Branche, von der Aluminiumproduktion über Maschinen und Anlagen für die Verarbeitung bis hin zu Halbzeugen, Endprodukten und Recycling. Neben der Aluminium herstellenden und verarbeitenden Industrie stehen auch die Prozesse und Produkt-Innovationen für die wichtigsten Aluminium-Anwendungsindustrien im Fokus der Messe: Automobilbau, Maschinenbau, Bauwesen, Luft- und Raumfahrt, Elektronik, Verpackung und Schienenverkehr.

Veranstaltet wird die Messe von Reed Exhibitions mit Unterstützung des Gesamtverbandes der deutschen Aluminiumindustrie (GDA) und des europäischen Branchenverbandes European Aluminium. Weitere Informationen: Link.

Quelle: Reed Exhibitions Deutschland GmbH