Recylex verschiebt Konzernabschluss für das erste Halbjahr 2018

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Bleisatz (Foto: Pixabay)

Die Recylex S.A. gibt die Verschiebung des Abschlusses und der Veröffentlichung der konsolidierten Halbjahresergebnisse 2018 sowie den Beginn der Produktionsphase des neuen Reduktionsofens bekannt.

Die Unternehmensgruppe hat die seit dem 29. Juni 2018 begonnene Heißinbetriebnahme des neuen Reduktionsofens erfolgreich abgeschlossen. Jedoch benötigt sie zusätzliche Zeit, um den Betrieb des aktuellen Hauptofens (Badschmelzofen, BSO) unter der modifizierten Konfiguration zu steuern. Seit dem zweiten Quartal 20181 ist die Verfügbarkeit des Hauptofens (BSO) durch die für die Verbindung der beiden Öfen erforderlichen technischen Anpassungen stark beeinträchtigt, was die Bleiproduktion stärker als erwartet verringert hat.

Diese Verringerung hielt obgleich eines Trends der Verbesserung – dank der Arbeit des Teams in Nordenhamm – in den letzten Wochen  an. In diesem Zusammenhang hat die Unternehmensgruppe spezialisierte Experten für die Abstimmung des Betriebs der beiden miteinander verbundenen Öfen beauftragt, um deren reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Dank der jüngsten Fortschritte wurde das Ziel der Unternehmensgruppe, die Produktionsphase des Reduktionsofens im dritten Quartal 2018 erfolgreich aufzunehmen, wie ursprünglich geplant erreicht.

Die Verringerung der Bleiproduktion wirkt sich jedoch auf die finanzielle Situation der Unternehmensgruppe aus. Aus diesen Gründen werden die im Rahmen des Abschlusses der für den Reduktionsofen durchgeführten Projektfinanzierung im Dezember 2016 gesetzten finanziellen Ziele zum 30. September 2018 und zum 31. Dezember 2018 nicht erreicht. Unter Berücksichtigung der Rechte der Kreditgeber aus der bestehenden Finanzierungsvereinbarung könnten diese theoretisch bei Nichteinhaltung der finanziellen Ziele zum 30. September 2018 die Finanzierung aussetzen und die sofortige Rückzahlung der ausgereichten Beträge in Höhe von 60,2 Millionen Euro (Stand 31. Juli 2018) verlangen.

Gespräche mit allen betroffenen Finanzierungspartnern

In diesem Zusammenhang laufen Gespräche mit allen betroffenen Finanzierungspartnern, um die Finanzierungsvereinbarungen an die aktuelle Situation der Unternehmensgruppe anzupassen, damit diese sich dieser wichtigen Phase der industriellen Transformation stellen kann. Des Weiteren wurden Maßnahmen ergriffen, um den Working-Capital-Bedarf insbesondere an die geringere Bleiproduktion des Hauptofens (BSO) anzupassen. In Anbetracht der Mitwirkung aller Beteiligten an diesen Gesprächen und der erzielten Fortschritte ist es das Ziel, bis Ende September 2018 eine Einigung zu erzielen und zu formalisieren.

Der Konzernabschluss für das erste Halbjahr 2018 kann nach dem Going-Concern-Grundsatz erst im Anschluss an eine Einigung mit den Finanzierungspartnern hinsichtlich einer Anpassung der Finanzierung erstellt werden. Aus diesem Grund hat der Verwaltungsrat der Recylex S.A. beschlossen, die Genehmigung des Halbjahresabschlusses auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, der ursprünglich für den 6. September 2018 vorgesehen war.

Recylex S.A. wird die Investoren über die Ergebnisse der Gespräche mit den Finanzierungspartnern sowie über den neuen Zeitplan für das Halbjahresergebnis 2018 laufend informieren.

Sebastian Rudow, Vorstandsvorsitzender der Recylex Gruppe, erklärte: „Entgegen eines positiven Trends konnte die jüngste Verbesserung der Verfügbarkeit des Hauptofens den Rückgang der Produktion in den letzten Monaten nicht ausgleichen. Während diese Verbesserung das Ergebnis der harten Arbeit und Ausdauer des Weser-Metall-Teams ist, haben wir uns gleichzeitig entschlossen, Industrieexperten zu beauftragen, die auf diese Themen spezialisiert sind. Durch die gemeinsamen Anstrengungen erhalten wir zusätzliche Möglichkeiten, um beide Öfen gemeinsam wie geplant zu betreiben. Ich möchte allen Teams von Weser-Metall und auch unseren Partnern zu diesem Erfolg gratulieren. Mit dem Produktionsstart unseres neuen Reduktionsofens freuen wir uns über die Verbesserung unserer Bleiproduktion. Dennoch haben wir Gespräche mit unseren Finanzierungspartnern aufgenommen, um der Unternehmensgruppe die notwendige Zeit für diese technischen Anpassungen zu geben. Ich vertraue auf den guten Willen und die Kompetenz aller, diese Schlüsselphase unserer industriellen Transformation, zu durchlaufen. Dies ist meine strategische Priorität. Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich eine Einigung zu erzielen, da wir alle vom Beitrag dieses Projekts zur Zukunft der Recylex-Gruppe überzeugt sind.“

Quelle: Recylex-Gruppe