Europäische Kommission erweitert Liste der kritischen Rohstoffe auf 20

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Karte der Herkunftsländer kritischer Rohstoffe (Grafik: EU Kommission)

Brüssel — Die Europäische Kommission hat jetzt eine überarbeitete Liste kritischer Rohstoffe vorgelegt. Da Tantal aufgrund eines geringeren Versorgungsrisikos herausgenommen wurde, umfassst die neue Liste 13 der 14 Stoffe aus der vorherigen Liste aus dem Jahr 2011. Außerdem sind sechs neue Rohstoffe hinzugekommen, nämlich Borate, Chrom, Kokskohle, Magnesit, Phosphatgestein und Silicium. Die Zahl der von der Europäischen Kommission als kritisch eingestuften Rohstoffe liegt also nunmehr bei 20 (Memo 14/377).

Bei den anderen 14 Rohstoffen handelt es sich um: Antimon, Beryllium, Flussspat, Gallium, Germanium, Graphit, Indium, Kobalt, Magnesium, Niob, Metalle der Platingruppe, schwere seltene Erden, leichte seltene Erden und Wolfram.

Die Liste soll dabei helfen, einen Anreiz für die Erzeugung kritischer Rohstoffe in Europa zu schaffen und die Aufnahme neuer Abbau- und Recyclingtätigkeiten zu fördern. Darüber hinaus wird die Liste von der Kommission dazu verwendet, den vorrangigen Bedarf und entsprechende Maßnahmen zu ermitteln. So kann die Kommission sich beispielsweise auf sie stützen, wenn sie Handelsabkommen aushandelt, gegen handelsverzerrende Maßnahmen vorgeht oder Forschung und Innovation fördern will. Auch für Unternehmen, die besser einschätzen möchten, ob ihre eigene Versorgung mit Rohstoffen als kritisch einzustufen ist, kann sie als Informationsquelle dienen.

Rohstoffe werden als kritisch bezeichnet, wenn das mit ihnen verbundene hohe Versorgungsrisiko in erster Linie darauf zurückzuführen ist, dass sich die weltweite Produktion zum großen Teil in wenigen Ländern konzentriert. In vielen Fällen kommt noch hinzu, dass sich der Rohstoff nur schwer ersetzen lässt und seine Recyclingquote gering ist. Die Liste stellt ein nützliches Instrument im Rahmen der allgemeinen Rohstoffstrategie der EU dar. Bei der Einschätzung, ob ein Rohstoff kritisch ist, werden im Wesentlichen zwei Parameter berücksichtigt: seine wirtschaftliche Bedeutung und das Versorgungsrisiko. Die wirtschaftliche Bedeutung wird danach beurteilt, in welchem Umfang die einzelnen Stoffe in bedeutenden Industriezweigen auf Ebene der EU eingesetzt werden.

Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und Kommissar für Industrie und Unternehmertum, äußerte sich hierzu wie folgt: „Die Kommission unternimmt in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten und Interessenträgern eine Vielzahl von Maßnahmen zur Umsetzung dieser Strategie. Dazu gehören eine verstärkte Rohstoffdiplomatie und Handelspolitik, die Förderung einer nachhaltigen Versorgung innerhalb der EU sowie die Steigerung der Ressourceneffizienz und die Förderung des Recyclings. Die von uns heute vorgelegte EU-Liste soll zur Umsetzung der Industriepolitik der EU und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie beitragen.“

Die Liste kritischer Rohstoffe ist Teil des ebenfalls heute veröffentlichten zweiten Fortschrittsberichts der Kommission über die Umsetzung der Rohstoffinitiative der EU, die im Jahr 2008 eingeleitet wurde.

Ausführlichere Informationen bietet das Memo 14/377. Weitere Referenzdokumente sind unter „2014: Communication on critical raw materials for the EU“ erhältlich.

Quelle: EU Kommission