Aurubis erzielt starkes operatives Ergebnis in den ersten neun Monaten 2017/18

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Aurubis-Werk in Hamburg (Foto: Aurubis AG)

Die Aurubis AG steigerte in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2017/18 im Vergleich zum Vorjahr ihr operatives Ergebnis vor Steuern (EBT) um rund 25 Prozent auf 264 Millionen Euro (Vorjahr. 211 Mio. €).

Im Wesentlichen von diesem guten Ergebnis getragen, erhöhte das Unternehmen im gleichen Zeitraum den operativen Return on Capital Employed (ROCE) von 13,0 Prozent im Vorjahr auf 14,6 Prozent. Auch die Umsatzerlöse stiegen in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres auf 8.747 Millionen Euro (Vorjahr: 8.189 Mio. €), was insbesondere auf höhere Kupferpreise zurückzuführen ist.

Wichtige Einflussfaktoren für das starke operative Ergebnis im Berichtszeitraum waren die anhaltend gute Performance der Standorte Hamburg und Pirdop sowie positive Effekte aus dem Effizienzsteigerungsprogramm. Am bulgarischen Standort kamen in den ersten neun Monaten erstmals Optimierungsmaßnahmen zur Effizienzsteigerung voll zum Tragen. In Summe steigerte Aurubis seinen Konzentratdurchsatz in den ersten neun Monaten 2017/18 um rund sechs Prozent auf 1.913.000 Tonnen. Das 1. Quartal 2016/17 war noch beeinflusst durch einen geplanten Wartungsstillstand in Hamburg.

Im Berichtszeitraum profitierte das Unternehmen von deutlich gestiegenen Raffinierlöhnen bei Altkupfer bei gleichzeitig gutem Angebot. Zudem zogen die Erlöse aus dem Verkauf von Schwefelsäure in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres sowohl mengen- als auch preisbedingt an. Zentrale Treiber dieser Entwicklung sind eine anhaltend hohe globale Nachfrage insbesondere der Düngemittel- und chemischen Industrie. Gleichzeitig begrenzten vereinzelte Hüttenstillstände in Asien das Angebot.

Ein höheres Metallmehrausbringen bei gestiegenen Kupferpreisen, deutlich höhere Absätze von Gießwalzdraht und ein höherer Absatz von Flachwalzprodukten zahlten überdies auf das gute Ergebnis ein. Da ein großer Teil der Einnahmen von Aurubis US-Dollar basiert ist, betreibt das Unternehmen umfangreiche Sicherungsgeschäfte. Gleichwohl belastete der schwache US-Dollar in den ersten drei Quartalen 2017/18 das operative Ergebnis. Das operative Ergebnis im 3. Quartal 2017/18 war beeinflusst durch einen geringeren Konzentratdurchsatz, der durch einen geplanten Reparaturstillstand des Anodenofens in Hamburg bedingt war.

Das IFRS-Konzernergebnis vor Steuern (EBT) aus fortgeführten Aktivitäten belief sich in den ersten neun Monaten 2017/18 auf 313 Millionen Euro (Vorjahr: 336 Mio. €). Aufgrund des Verkaufs des Segments Flat Rolled Products, der unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Kartellbehörden steht, stellt Aurubis in seiner Quartalsmitteilung neun Monate diesen Bereich nach IFRS 5 als nicht fortgeführte Aktivitäten dar. Da das IFRS-Ergebnis unter anderem Bewertungseffekte durch Kupferpreisschwankungen enthält, weist Aurubis abweichend hiervon ein operatives Ergebnis aus. Dessen Darstellung eliminiert diese Effekte, ermöglicht eine realistischere Beurteilung des Geschäftsverlaufs und ist damit ausschlaggebend für die Steuerung des Unternehmens. Diese operative Ergebnisberichterstattung bleibt von dem Verkauf des Segments Flat Rolled Products unberührt.

Erster M&A-Erfolg im Zuge der neuen Strategie

Aurubis arbeitet kontinuierlich an der Umsetzung seiner Strategie „Growth, Efficiency & Responsibility“. Am 13. Juli 2018 erteilte das Bundeskartellamt die Freigabe für die geplante Übernahme der ausstehenden Anteile (40 %) an der Deutsche Giessdraht GmbH durch die Aurubis. Mit diesem Schritt erhöht Aurubis seine Gießwalzdrahtkapazitäten und passt sie seiner steigenden Produktion von Kupferkathoden, dem Vorprodukt für Gießwalzdraht, an. Im Verbund mit den weiteren drei Gießwalzdrahtanlagen des Konzerns baut das Unternehmen zudem die Liefersicherheit für seine Kunden weiter aus.

Auch der geplante Verkauf des Segments Flat Rolled Produts an die Wieland- Werke AG dient der Wachstumsstrategie, um sich künftig noch stärker auf das Multi-Metallgeschäft und die Kernkompetenz von Aurubis in der Prozessoptimierung- und Metallurgie zu fokussieren. Die EU-Kartellbehörde hat am 1. August 2018 die zweite Prüfphase eingeleitet, um eine eingehendere Prüfung vorzunehmen. Aurubis geht weiter von einer Freigabe durch die EU-Kartellbehörden aus.

Das Wachstumsprojekt „Future Complex Metallurgy“ (FCM) befand sich im 3. Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 weiterhin in der Phase des Basic Engineerings und damit voll im Umsetzungsplan. Mit diesem Projekt wird Aurubis seine Möglichkeiten zur Rohstoffverarbeitung ausweiten. Gleichzeitig verkürzt FCM die Durchlaufzeiten von Edelmetallen und reduziert Kapazitätsengpässe am Standort Hamburg. Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von insgesamt rund 320 Millionen Euro soll nach der Bau- und Anlaufphase ab dem Geschäftsjahr 2022/23 einen jährlichen Ergebnisbeitrag (EBITDA) von rund 80 Millionen Euro erzielen.

Weitere Fortschritte erreichte Aurubis zudem bei der Umsetzung seines Effizienzsteigerungsprogramms. Dazu gehört unter anderem das Aurubis Operating System (AOS). AOS hat zum Ziel, operative Verluste zu vermeiden, technische Anlagen optimal zu nutzen sowie Standardisierungen und Best Practices zu etablieren. Nach einer erfolgreichen Pilotphase wird AOS aktuell an allen wesentlichen Produktionsstandorten und in den Konzernfunktionen eingeführt. Das Effizienzsteigerungsprogramm wird im Geschäftsjahr 2017/18 einen Projekterfolg von weiteren 30 Millionen Euro erreichen. Bis zum Geschäftsjahr 2019/20 sollen alle Effizienzmaßnahmen zusammen einen Projekterfolg von 200 Millionen Euro ergeben.

Höhere Gesamtjahresprognose bestätigt

Aurubis erwartet in den verbleibenden drei Monaten des Geschäftsjahres 2017/18 eine weiterhin erfolgreiche Umsetzung seiner internen Initiativen und eine hohe Anlagenverfügbarkeit. Gleichzeitig sieht das Unternehmen keine gravierenden Veränderungen auf den Rohstoff- oder Produktmärkten bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres.

Infolge der positiven Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten 2017/18 bestätigt der Konzern seine im Rahmen der Berichterstattung zum 1. Halbjahr angehobene Gesamtjahresprognose für das operative EBT des Geschäftsjahres 2017/18: Der Aurubis-Konzern erwartet im Vergleich zum Vorjahr ein moderat höheres operatives EBT – also eine Steigerung zwischen 5,1 und 15,0 Prozent. Das Unternehmen geht zudem für das laufende Geschäftsjahr von einem operativen ROCE auf Vorjahresniveau beziehungsweise einer Abweichung von maximal einem Prozentpunkt aus.

Als Fazit bestätigt Jürgen Schachler, Vorstandvorsitzender der Aurubis AG, noch einmal die kürzlich angehobene Prognose für das Geschäftsjahr 2017/18: „Unser um 25 besseres Ergebnis ist das Resultat der vielen kleinen und großen Maßnahmen unserer strategischen Initiativen; gleichzeitig profitierten wir von dem positiven Marktumfeld. Deshalb erwarten wir für das Geschäftsjahr ein am oberen Rand unserer Prognose liegendes operatives Ergebnis.“

Quelle: Aurubis AG