Radioaktiver Abfall: Stefan Studt wird neuer Chef der Endlagergesellschaft BGE

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Fass mit radioaktivem Abfall (Foto: © A. Fehmel /http://www.pixelio.de)

Stefan Studt (56) wird zum 1. September 2018 Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundes-Gesellschaft für Endlagerung (BGE) in Peine. Er folgt auf Ursula Heinen-Esser, die im Mai 2018 zur Umwelt- und Landwirtschaftsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen ernannt worden ist. Stefan Studt ist Jurist. Von 2012 bis 2014 war er Chef der Staatskanzlei und von 2014 bis 2017 Innenminister in Schleswig-Holstein.

Der bisherige stellvertretende Vorsitzende der BGE-Geschäftsführung, Dr. Ewold Seeba (58), übernimmt ab dem 1. November 2018 den Vorsitz der Geschäftsführung der Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) in Essen. Seeba hatte zuvor leitende Funktionen in verschiedenen Bundesministerien wahrgenommen. In der Aufbauphase des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) war er kommissarischer Präsident dieser Behörde und seit 2016 einer der Gründungsgeschäftsführer der BGE. Jochen Flasbarth wird die von ihm seit Ende 2017 neben seinem Amt als Staatssekretär im Bundesumweltministerium wahrgenommene Funktion als Vorsitzender der BGZ-Geschäftsführung zum 1. November 2018 niederlegen.

Verstärkt wird die Geschäftsführung der BGE überdies durch Steffen Kanitz (34), der ab dem 1. Oktober 2018 für die Bereiche Standortauswahlverfahren und Produktkontrolle verantwortlich zeichnen wird. Kanitz ist derzeit als Generalbevollmächtigter der BGZ für die Errichtung eines Eingangslagers für das Endlager Schacht Konrad zuständig. Er bringt aus seiner Zeit als parlamentarischer Berichterstatter und Mitglied der Endlager-Kommission die praktische Erfahrung und die Fachkenntnis mit, um das Standortauswahlverfahren mit zu gestalten und nach vorne zu bringen.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Nach dem Ausscheiden von Ursula Heinen-Esser aus der Geschäftsführung der BGE stellt das Bundesumweltministerium die Führungsriege von BGE und BGZ neu auf. Mit Stefan Studt konnten wir für den Chefposten bei der BGE einen erfahrenen und sturmerprobten Manager gewinnen, der die schwierigen Großprojekte zügig angehen wird und dem das weitere Zusammenwachsen der BGE zu einem effizienten und modernen Unternehmen besonders am Herzen liegt. Mit seiner politischen Erfahrung wird er auch ein besonderes Augenmerk auf die Zusammenarbeit mit Bundestag und Bundesrat sowie mit den zivilgesellschaftlichen Akteuren legen. Wir haben jetzt alle Weichen für eine wissenschaftlich fundierte, zeitgerechte und faire Endlagersuche gestellt. Die BGZ hat das erste Jahr nach ihrer Gründung erfolgreich zurückgelegt. Die geplante Übernahme von über zwanzig standortnahen Zwischenlagern in den nächsten Jahren bedeutet einen großen Wachstumsschub für das junge Unternehmen. Ich bin froh, dass Dr. Ewold Seeba bereit ist, die BGZ durch diese Phase zu führen. Er hat in den letzten Jahren bereits erfolgreich das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) als Gründungspräsident und die Endlagergesellschaft BGE als Gründungsgeschäftsführer aus der Taufe gehoben.“

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit