Glasrecycling: Mittels Upcycling wird Glasstaub zur Sektflasche

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Getrennte Sammlung von Altglas (Foto: Austria Glas Recycling)

Die industrielle Verwertung von Glasbruch oder Glasstaub ist noch weitgehend Neuland in der Glasherstellung.

Der Parlamentarische Staatssekretär Florian Pronold im Bundesumweltministerium (BMU) ist heute zu Besuch bei Wiegand-Glas im bayerischen Steinbach am Wald. Das familiengeführte Unternehmen produziert Glasbehälter für die Getränke- und Nahrungsmittelindustrie. Das Pilotvorhaben zur energieeffizienten und ressourcensparenden Aufbereitung von Glasabfall aus dem eigenen Herstellungsprozess wird mit rund 1,3 Millionen Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm unterstützt.

Pronold: „Abfallvermeidung, Ressourceneffizienz und Luftreinhaltung in einem Unternehmen wie Wiegand-Glas zeigen, dass Innovationskraft, wirtschaftlicher Erfolg und Klimaschutz kein Privileg von Großkonzernen sind. Ich freue mich sehr, dass unsere bayerischen Unternehmen diese Zukunftsaufgaben beherzt anpacken und technische Neuerungen für eine ganze Branche voranbringen. Die Upcyclingidee der Firma leistet einen wichtigen Beitrag für den Umwelt- und Klimaschutz.“

Fraktionen zur Herstellung neuer Behältergläser nutzbar machen

Die industrielle Verwertung von Glasbruch oder Glasstaub ist noch weitgehend Neuland in der Glasherstellung. Bislang entstehen bei der Aufbereitung von Altglas Abfallstoffe, die nicht eingeschmolzen und als Glasrohstoff wiederverwertet werden. Damit können wertvolle Rohstoffe nicht genutzt werden und beanspruchen zudem Deponieraum. Zusätzlich entstehen durch die Abfalltransporte und Primärstofflieferungen CO2-Emissionen.

Ziel des Vorhabens am Standort Steinbach am Wald ist es, die Fraktionen zur Herstellung neuer Behältergläser nutzbar zu machen. Dazu werden diese zu Briketts gepresst. Diese Briketts können zusammen mit Altglas und weiteren notwendigen Primärrohstoffen eingeschmolzen werden. Mit diesem Vorhaben können jährlich 25.000 Tonnen Abfall vermieden und die gleiche Menge an Primärrohstoffen eingespart werden. Zudem werden der Energieverbrauch und die bisher notwendige Deponiefläche gesenkt. Insgesamt können rund 13.300 Tonnen CO2 jährlich vermieden und die Emissionen weiterer Luftschadstoffe, wie Stick- und Schwefeloxiden, gesenkt werden.

Mit dem Umweltinnovationsprogramm wird die erstmalige, großtechnische Anwendung einer innovativen Technologie gefördert. Das Vorhaben muss über den Stand der Technik hinausgehen und sollte Demonstrationscharakter haben.

Quelle: BMU