Rohstoffpolitik: WirtschaftsVereinigung Metalle unterstützt BDI-Erklärung

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Metallschrott (Foto: Harald Heinritz / abfallbild.de)

Ohne Metalle keine Digitalisierung, Energiewende und nachhaltige Mobilität: Die WirtschaftsVereinigung Metalle (WVMetalle) unterstützt die Forderung des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI) nach einem Paradigmenwechsel in der Rohstoffpolitik Deutschlands. Der Zugang und die sichere Versorgung mit Rohstoffen muss zentraler Bestandteil wirtschaftspolitischen Handels der Bundesregierung sein.

Die BDI-Erklärung beziehungsweise ein Fünf-Punkte-Plan des Verbandes sieht unter anderem vor, einen Rohstoffbeauftragten der Bundesregierung zu installieren und die Funktion an das Amt des Bundeswirtschaftsministers zu koppeln. Franziska Erdle, Hauptgeschäftsführerin der WVMetalle, fordert einen nachhaltigen Wandel in der deutschen Rohstoffpolitik: „Wir brauchen eine kohärente Rohstoffpolitik, die vor allem die Versorgungssicherheit der deutschen NE-Metallindustrie gewährleistet. Die Politik muss heute die richtigen Entscheidungen hinsichtlich einer gesicherten Primär- und Sekundärrohstoff-Versorgung treffen, um auch morgen noch der Industrie einen konkurrenzfähigen Produktionsstandort in Deutschland garantieren zu können.“ Ein Rohstoffbeauftragter der Bundesregierung könne dabei als ständiger Ansprechpartner helfen, um effektive Lösungen zu finden und die Rohstoffbelange sichtbar zu machen.

Versorgungsengpässe können sich schnell einstellen

Trends wie die Digitalisierung oder die nachhaltige Mobilität werden den Bedarf an Metallen signifikant erhöhen. Heute ist der Rohstoffzugang keineswegs gesichert, vielmehr behindern hohe Angebotskonzentrationen auf wenige Länder und protektionistische Eingriffe die Rohstoffsicherung. Eine Unterversorgung mit Rohstoffen kann sich deshalb relativ schnell einstellen: „Unsere Branche hat in der Vergangenheit den Eindruck gewonnen, dass die Bedeutung einer gesicherten Versorgung mit Metallen von der Politik oftmals verkannt wird. Die US-Sanktionen gegen den russischen Aluminiumhersteller Rusal haben jedoch eindrucksvoll gezeigt, wie schnell sich Versorgungsengpässe bei wichtigen Rohstoffen einstellen können“, erläutert Erdle.

Die WVMetalle fordert deshalb weitere Rohstoffpartnerschaften und einen engeren politischen Austausch mit rohstoffreichen Staaten, um Versorgungsengpässe zu vermeiden. Planungssicherheit spiele in diesem Kontext eine große Rolle für die Unternehmen der NE-Metallindustrie.

Quelle: WVMetalle