Alternativen zu Plastik: Kooperationsnetzwerk „bio2pack“ gestartet

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Modische Einkaufstaschen aus leeren Milchtüten (Foto: Harald Heinritz / abfallbild.de)

Das Netzwerk zielt auf den Aufbau eines Lösungsportfolios für den innovativen Einsatz von natürlichen Rohstoffen in ökologisch nachhaltigen Verpackungsmaterialien ab. Es wird durch das zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert und von der Regional- und Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Süderelbe AG gemanagt.

Aktuell sind 14 Unternehmen an „bio2pack“ beteiligt, insbesondere Hersteller nachhaltiger und ökologischer Produkte, Verpackungsunternehmen und Verfahrensentwickler. Weiterhin sind zurzeit vier Forschungseinrichtungen in das Netzwerk eingebunden.

Dr. Jürgen Glaser, Prokurist der Süderelbe AG: „Biomaterialien und Bioverpackung“ ist der vollständige Titel, der sich hinter dem Kürzel verbirgt. Das Innovationsnetzwerk bio2pack der Süderelbe AG setzt sich für die Entwicklung nachhaltiger Verpackungsmaterialien als Alternativen zu herkömmlichen, erdölbasierten Kunststoffverpackungen ein. Es verfolgt den Kreislauf-Gedanken, um den nachhaltigen Umgang mit der Umwelt zu stärken. Denn: Rund 80 Prozent der Verbraucher wünschen sich nachhaltige Verpackungen, die Ressourcen schonen und die Zufuhr von Mikroplastik in die Umwelt eindämmen. Bislang mangelt es in der Verpackungsindustrie an umweltgerechten, effizienten und kostengünstigen Alternativen. Auch in der Ernährungswirtschaft ist man heute noch auf konventionelle Verpackungen, die kaum recycelbar sind, angewiesen. Daher freuen wir uns, nun mit unserer Projektarbeit zu beginnen. Gemeinsam mit einem Netzwerk aus kleinen und mittelständischen Betrieben und Forschungseinrichtungen wollen wir die Entwicklung innovativer und nachhaltiger Verpackungslösungen befördern.“

Bringt Akteure zusammen  

Im Rahmen kooperativer Entwicklungsprojekte werden die beteiligten Unternehmen und Forschungseinrichtungen biologisch abbaubare Produkte und neue Verfahrenstechniken entwickeln. Es sollen leistungsfähige, ökologisch vertretbare Verpackungsalternativen gefunden werden, um die bisherigen Lösungen aus dem petrochemischen Bereich abzulösen und den Schadstoffeintrag in die Umwelt zu reduzieren. Die Anknüpfungspunkte des Netzwerkprojektes liegen vor allem in den Bereichen: Faserguss, Lignin, Barrierematerialien, Kleb- und Verbundstoffe.

„Das ZIM-Kooperationsnetzwerk bio2pack bringt Akteure aus den Bereichen Verpackungs- und Verfahrenstechnik, Naturmaterialien und Umwelttechnik zusammen. Daraus ergibt sich erstmalig die Möglichkeit, ein an den Kreislauf-Gedanken angelehntes, innovatives Lösungsportfolio zu entwickeln, um  den  zunehmenden Problemen bei der Entsorgung vor  allem herkömmlichen, erdölbasierten  Kunststoffverpackungen zu begegnen und ökologisch  sinnvollere Materialien einzusetzen“, hebt Dr. Marc Köppen, Projektmanager „bio2pack“ der Süderelbe AG hervor.

Offen für weitere Partner

Das Netzwerk ist für weitere Partner offen. „Interessierte Unternehmen    und Forschungseinrichtungen, die an FuE-Projekten mitwirken möchten und eine ergänzende Expertise beisteuern können, sind dabei ebenso willkommen wie potenzielle Anwender der neu entwickelten Lösungen“, sagt Dr. Glaser. „Interessierte Unternehmen können sich gerne an die Süderelbe AG wenden.“

Mitglieder des Netzwerks aus Deutschland: 4e solutions GmbH, amynova polymers GmbH, BFSV Verpackungsinstitut Hamburg GmbH, FGW Fasergusswerk Polenz GmbH & Co KG, FreshPacking GmbH, Landpack GmbH, Uphoff GmbH / MWK Bionik GmbH, NFC GmbH Nettle Fibre Company, OceanBasis GmbH, Ritteg Umwelttechnik GmbH, Stone Paper Products GmbH. Forschungseinrichtungen: Forschungsinstitut für Leder und Kunststoffbahnen (FILK), Leuphana Universität Lüneburg, Technische Universität Dresden, Technische Universität Bergakademie Freiberg. Aus Österreich: Profümed GmbH und Vogelbusch Biocommodities GmbH. Aus Luxemburg: Molecular Plasma Group.

„bio2pack“ wird von der Süderelbe AG aus Hamburg umgesetzt. Das Netzwerkmanagement übernehmen Dr. Marc Köppen und Stephanie Druskath.

Quelle: Süderelbe AG