Südtiroler Müllverwertungsanlage an Eco Center AG als Betreiber übergeben

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MVA Stellinger Moor (Foto: Stadtreinigung Hamburg)

Bozen, Südtirol — Mit seiner Unterschrift unter dem Vertrag hat Landesrat Richard Theiner vorgestern die Restmüllverwertungsanlage in Bozen Süd der Eco Center AG zur Führung übergeben. „In der Anlage wird Schritt für Schritt der Restmüll aus ganz Südtirol verbrannt und so die Produktion von Strom und Wärme gesteigert“, so Theiner. Dies werde dazu beitragen, den Anstieg der Müllgebühren in Grenzen zu halten.

Weil die Entsorgung von Abfällen immer teurer wird, waren Experten davon ausgegangen, dass sich die Müllgebühren in den nächsten 15 Jahren verdoppeln. „Diese Explosion der Gebühren können wir dank der Restmüllverwertungsanlage aber voraussichtlich in Grenzen halten“, so der Umweltlandesrat. Grund dafür seien die Einkünfte, die man über die Produktion von Strom und Wärme in der Müllverwertungsanlage erwirtschafte.

Die Strom- und Wärmeproduktion in der Müllverwertungsanlage  komme, so Theiner, nicht nur den Müllgebühren-Zahlern zugute. „Durch den Ausbau des Netzes kann nach und nach flächendeckend Fernwärme angeboten werden“, erklärt der Landesrat, der zudem auf die Vorteile für die Umwelt verweist: Durch die Verbrennung des Abfalls werde der Druck entfallen, neue Deponien auszuweisen. „Das ist natürlich vor allem in einem Land, in dem der verbaubare Raum ohnehin knapp ist, ein großer Fortschritt“, so Theiner. Darüber hinaus sinke auch die Gesamtmenge an produziertem Kohlendioxid, weil herkömmliche Heizanlagen durch die Fernwärmelieferung ersetzt würden. „Unabhängig von der Müllverwertung werden wir natürlich Müllvermeidung und Mülltrennung weiter forcieren“, so der Landesrat.

In Betrieb gegangen war die Müllverwertungsanlage in Bozen Süd am 24. Juli des vergangenen Jahres. Seit damals war sie im Probebetrieb von den Erbauern geführt worden, einem Zusammenschloss von zehn vor allem Südtiroler Unternehmen. Mit der Übergabe an die Eco Center AG wird die Anlage von der öffentlichen Hand geführt, gehört die Gesellschaft doch Land und Gemeinden, wobei die Gemeinde Bozen mit 44 Prozent die meisten Anteile hält: „Der Auftrag des Landes ist für uns eine große Genugtuung“, so Stefano Fattor, Präsident der Eco Center AG, der auf zwei Jahrzehnte Erfahrung mit einem störungsfreien Betrieb der alten Anlage und den öffentlichen Auftrag seiner Gesellschaft verweist: „Ich denke, dies sind Garantien für eine gute Führung“, ist sich Fattor sicherr. Jährlich werden in der Anlage rund 110.000 Tonnen Abfälle aus ganz Südtirol verbrannt.

Quelle: Autonome Provinz Bozen – Südtirol