Digitale Lösungen für weniger Maschinenstillstand und mehr Produktivität

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An einer Bandwebmaschine erläutert Marco Saggiomo (ITA Academy) die Vorteile digitaler Lösungen (Foto: Institut für Textiltechnik, ITA)

Wie sich Maschinenstillstände vermeiden lassen und welche digitalen Möglichkeiten es gibt, die unternehmerische Produktivität zu steigern, ist im Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University zu sehen. Mit dem ITA-Schaufenster „Neue soziale Infrastrukturen der Arbeit, Qualifikation und lebenslanges Lernen“ im Digital Capability Center in Aachen erhalten kleine und mittlere Unternehmen (KMU) individuelle digitale Lösungen.

„Die Digitalisierung ist für viele KMU noch nicht greifbar. Sie ist aber bereits in vollem Gange. Wer beim digitalen Wandel nicht Schritt hält, der wird am Markt abgehängt, und Chancen werden verpasst. Daher ist es unsere Aufgabe, kleinen und mittleren Unternehmen ihre digitalen Möglichkeiten aufzeigen“, erläuterte ITA-Institutsdirektor Prof. Dr. Thomas Gries im Rahmen der feierlichen Eröffnung am 29. Mai. „Der Fokus in unserem Aachener Schaufenster liegt dabei auf der digitalen Unterstützung der Arbeit des Menschen in der Produktion. Durch Assistenzsysteme und arbeitsplatznahes Lernen werden Arbeitsabläufe und -prozesse optimiert. Darüber hinaus werden in unserem digitalen Center die Kompetenzen des ITA und unserer verschiedenen Partner unter einem Dach gebündelt. Dadurch bieten wir ein großes Spektrum an Kompetenzen an, um die unterschiedlichsten Bereiche der Digitalisierung abzudecken. So können wir schnell, kompetent und umfassend Hilfestellung in diesem dynamischen Thema anbieten.“

Hilfe, die ankommt

Juliette Melzow, stellvertretende Referatsleiterin Mittelstand-Digital vom Bundeswirtschaftsministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), unterstrich: „Kleine und mittlere Unternehmen können nur profitieren, wenn sie rechtzeitig die Herausforderungen der Digitalisierung erkennen, sie auch als Chance begreifen und nutzen. Dafür bietet die Förderinitiative „Mittelstand 4.0“ des Bundeswirtschaftsministeriums gezielte Unterstützung. Mittlerweile 23 Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren, die regional wie themenspezifisch ausgerichtet sind, kümmern sich um fast alle Fragen rund um die Digitalisierung. Mit diesem großen Netzwerk von Anlaufstellen wollen wir sichern, dass die Hilfe auch bei demjenigen ankommt, der sie benötigt.“

Zahlreiche Gäste aus Wirtschaft und Industrie ließen sich die Produktion der Zukunft mit einer Führung durch die digitale Lernfabrik erläutern. Sie diskutierten die Veränderungen am Arbeitsplatz, den Einsatz neuer Technologien und die Herausforderungen und Hürden der digitalen Transformation. Eine Arbeitsunterstützung wie ein Augmented Reality-System macht dem Maschinenbediener tatsächliche Arbeitsabläufe beispielsweise über einen Tablet-PC sichtbar und reichert sie mit virtuellen Handlungsanweisungen an. Diese sachkundige Anleitung erlaubt es auch Laien, Reparaturen eigenständig ohne Hilfe eines Technikers auszuführen, was wiederum zu weniger Maschinenstillstand und zu einer Steigerung der Produktivität führt. Nach Berechnungen des Digital Capability Centers Aachen wird so um bis zu 75 Prozent Maschinenstillstand vermieden und die Arbeitsleistung um 50 Prozent gesteigert.

Das ITA gehört zum Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Textil vernetzt, zu dem ebenfalls die vier Partner Gesamtverband textil+mode, Sächsisches Textilforschungsinstitut (STFI), Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) und Hahn-Schickard zählen. Textil vernetzt ist Teil des Förderschwerpunkts „Mittelstand-Digital“, der vom BMWi initiiert wurde, um die Digitalisierung in KMU und dem Handwerk voranzutreiben.

Was ist Mittelstand-Digital?

Mittelstand-Digital informiert kleine und mittlere Unternehmen über die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung. Regionale Kompetenzzentren helfen vor Ort dem kleinen Einzelhändler genauso wie dem größeren Produktionsbetrieb mit Expertenwissen, Demonstrationszentren, Netzwerken zum Erfahrungsaustausch und praktischen Beispielen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ermöglicht die kostenlose Nutzung aller Angebote von Mittelstand-Digital.

Quelle: Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen