Mehr als 1.300 Tonnen alte Kunststofffenster dem Recycling zugeführt

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Fensteraustausch (Foto: Rewindo GmbH)

Esslinger Entsorger Scherrieble sammelt alte Kunststofffenster für das Recycling. Und auch kleine Mengen sind erwünscht. Das Unternehmen ist nun Annahmestelle bei der Rewindo GmbH.

Das Recycling von wertvollen Rohstoffen schont bekanntlich Ressourcen und schützt unser Klima durch Einsparung von CO2-Emissionen. Was für Glas oder Papier gilt, trifft auch für die Wiederverwertung alter Kunststofffenster, -rollladen und -türen zu. Das Esslinger Entsorgungsunternehmen Scherrieble Recycling GmbH & Co. KG hat dies schon länger erkannt und sammelt seit geraumer Zeit alte PVC-Rahmen für die Wiederverwertung. Nun ist der Betrieb auch Annahmestelle von Kleinstmengen bei der Rewindo GmbH in Bonn, die das Recycling bundesweit organisiert.

Wer im Raum Esslingen sichergehen will, dass seine ausgedienten PVC-Altfenster, -rollladen oder -türen einer ökologisch sinnvollen Verwertung zugeführt werden, ist beim Entsorger Scherrieble genau an der richtigen Adresse. Insgesamt 1.316 Tonnen konnte das Unternehmen im vergangenen Jahr sammeln und dem werkstofflichen Recycling zuführen. Dabei setzt man nicht nur auf die Entsorgung von Großbaustellen, wie Anette Seitzinger, Stoffstrommanagerin bei Scherrieble betont: „Wer in der Region alte Kunststofffenster lieber recyceln lassen will, statt sie zu verbrennen, ist bei uns immer willkommen. Ob ein, hundert oder noch mehr Fenster, wir nehmen das Material an, sammeln und bündeln es für die Weiterverarbeitung in einer Recyclinganlage.“

„Recycling lebt vom Mitmachen“

Großes Engagement für Nachhaltiges Wirtschaften, das auch der Rewindo nicht entgangen ist. Das Unternehmen organsiert bundesweit seit 2002 das Recycling alter Kunststofffenster, -rollladen und -türen und hat Scherrieble nun offiziell als eine seiner Annahmestellen für Kleinstmengen gelistet.

„Recycling lebt vom Mitmachen. Für die kontinuierliche Steigerung unserer Verwertungsmengen werden auch kleinere Mengen von unter zehn Fenstern immer wichtiger werden. Deshalb begrüßen wir es, dass Entsorgungsunternehmen wie Scherrieble solch großen Einsatz für die Recycling-Idee zeigen und eben auch kleine Mengen annehmen“, erklärt Rewindo-Geschäftsführer Michael Vetter. Mit den Annahmestellen für Kleinstmengen bietet Rewindo alldenjenigen eine Lösung, die kleinere Mengen Altfenster nicht lagern können oder wollen. Dabei ergänzen die Anlaufstellen den bestehenden bundesweit flächendeckenden Abholservice und richten sich insbesondere an Montagetrupps und kleinere Handwerksbetriebe. Aktuell sind 25 Entsorger gelistet, weitere Unternehmen werden gesucht.

Ein Prozess, der mindestens sieben Mal wiederholt werden kann

In der Praxis gelangen die alten Esslinger Kunststofffenster schließlich in die moderne Recyclinganlage des langjährigen Rewindo-Recyclingpartners Dekura GmbH im westfälischen Höxter, wo sie zunächst unter anderem mittels Shredder zerkleinert werden. Danach folgt durch unterschiedliche Verfahren die sortenreine Trennung von Glasresten, Metallen und Kunststoff. Während etwa Glas, Metalle und weitere Stoffe an andere Recycler für die Wiederaufbereitung weitergeben werden, erfolgt die Verwertung der weitaus größten Fraktion, dem Kunststoff PVC, direkt vor Ort.

Hergestellt wird ein hochwertiges PVC-Granulat. In neuen Fensterprofilen ist das Regranulat, ummantelt mit PVC-Neumaterial, dann als Rezyklatkern zu finden. Ein Prozess, der mindestens sieben Mal wiederholt werden kann. Und das Verfahren hilft auch bei der Vermeidung von Treibhausgasen, wie Jörg Schiffner von Dekura zu berichten weiß: „Im Vergleich zur Produktion von Primär-PVC können wir mit unserem Verfahren zum Teil über 89 Prozent Treibhausgase einsparen.“ Dazu tragen dann auch die von Scherrieble gesammelten Altfenster bei – und zwar 2017 mit einer Einsparung von angeblich 2.585.545 Kilogramm CO2-Emmissionen. Das hat die Dekura den Esslingern per Urkunde sogar verbrieft.

Quelle: Rewindo GmbH