EU-Recycling Ausgabe 05/2018: Wie können Autos in Zukunft recycelt werden?

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Foto: Dave Bredeson | Dreamstime.com

Es ist geschafft! Die Trilogverhandlungen zum Abfallwirtschaftspaket zwischen EU-Kommission, -Parlament und -Rat wurden vom Plenum des EU-Parlaments bestätigt. Damit soll der Weg freigemacht werden für „eine starke und wettbewerbliche Kreislaufwirtschaft“, wie es ein Experte ausdrückte. Durch EU-weite Getrenntsammlung von Bio- und Textilabfällen ab 2024, 55-prozentige Recylingquoten für Siedlungsabfälle ebenso wie eine Erweiterte Herstellerverantwortung ab 2025, halbierte Lebensmittelverschwendung ab 2030 und eine 10-prozentige Deponiequote für unvorbehandelte Abfälle bis 2035 und in „Ausnahmefällen“ bis 2040.

Diese Fristverlängerung, die eines der fundamentalen und naheliegendsten Probleme der europäischen Abfallwirtschaft in die weitere Zukunft verlagert, bezeichnete der VKU als „realistisch, aber nicht ambitioniert“. Der BDE sieht darin eine „verpasste Chance“, während der bvse sie als „schweren Fehler“ kritisiert und auch den Zeitpunkt der Einführung der Biotonne „ärgerlich“ findet. BMU-Ministerialdirektor Helge Wendenburg wusste, wovon er sprach, als er auf dem Kasseler Abfall- und Ressourcenforum davor warnte, einfach Zahlen in die Welt zu setzen, ohne zu wissen, wie man sie erreichen soll und bewerten kann. Jedenfalls wird man, falls 2035 oder 2040 etwas schiefgegangen sein sollte, keinen Politiker, der für diese Fristen verantwortlich zeichnet, mehr zur Verantwortung ziehen können.

Aber noch etwas anderes ist geschafft, zeitlich sehr viel näher und deutlich bodenständiger: In wenigen Tagen beginnt die IFAT 2018. Die diesmal wieder knapp 3.100 Aussteller und über 135.000 Besucher erwartet. Und neben einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Podiumsdiskussionen, Fachvorträgen und Live-Demonstrationen interessantes Neues und Bewährtes aus Abfall-, Rohstoff-, Wasser- und Abwasserwirtschaft vorstellt. Wir haben der Fülle der Aussteller Rechnung getragen und in unserer letzten wie auch in dieser Ausgabe der EU-Recycling eine Auswahl an interessanten technischen Angeboten zusammengetragen. Daher können wir Ihnen diesmal ein besonders umfangreiches Magazin präsentieren: 80 Seiten sind auch für uns eine Innovation!

Darüber hinaus berichten wir auch von neuesten Ergebnissen der Abfallwirtschaftskongresse in Wien, Berlin und Kassel, beleuchten die alltäglichen Schwierigkeiten von „Eisen Rudi“ und stellen das Buch von Rolf Schiller vor, der die zurückliegenden 40 Jahre der getrennten Müllabfuhr am eigenen Leib erfahren hat.

Wir wünschen Ihnen eine gute und fruchtbare Lektüre!

Dr. Jürgen Kroll

Zur Leseprobe dieser Ausgabe:
http://bit.ly/eur0518ifat
(Blätterseiten), http://bit.ly/eur0518ifatpdf (PDF-Datei)

Quelle: MSV GmbH / EU-Recycling

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