Studie bestätigt Gesellschaftsphänomen „Littering“ als Trend

1801
Foto: Pixabay

Mit dem „Food-to-go-Trend“ geraten zunehmend mehr Einwegverpackungen und Einwegbecher in Umlauf. Die Langzeitstudie „Wahrnehmung von Sauberkeit und Ursachen von Littering“, der Berliner Humboldt-Universität bestätigt diesen Trend.

Littering, das be- oder unbewusste Wegwerfen oder Liegenlassen von Abfall im öffentlichen Raum durch Einwegverpackungen und Einwegbecher hat demnach im Vergleich zu 2008 deutlich zugenommen, sei es aus Systemgastronomie, Supermärkten oder Einzelhandel. Dr. Rebekka Gerlach von der Humboldt-Universität: „Hauptverursacher von Littering sind junge Erwachsene zwischen 21 und 30 Jahren, gefolgt von Jugendlichen (14 bis 20 Jahre) und älteren Erwachsenen (über 50 Jahre).“ Als Gründe für das Wegwerfen werden häufig Bequemlichkeit, Faulheit und Gleichgültigkeit genannt, so Dr. Gerlach. „Bei den genannten Gründen spielen allerdings Unterschiede zwischen Geschlecht, Bildung, Wohnort oder Wohndauer der Probanden keine signifikante Rolle.“ Vor allem bereits verschmutzte Orte, öffentliche Plätze, Gehwege, aber auch und vermehrt Grillplätze seien stark von Littering betroffen.

„Nachhaltige Sauberkeit ist eine Gemeinschaftsaufgabe“

Dr. Tanja Wielgoß, Vorstandsvorsitzende der Berliner Stadtreinigung (BSR): „Die BSR ist naturgemäß eine starke Partnerin im Kampf gegen Littering. Unsere Frauen und Männer in Orange sind täglich für die Stadtsauberkeit im Einsatz, in einigen Gegenden sogar mehrmals am Tag. Rund 23.000 BSR-Straßenpapierkörbe sorgen dafür, dass die Menschen auch unterwegs ihre Kleinabfälle bequem und zuverlässig entsorgen können. Und für unser Pilotprojekt Parkreinigung ernten wir großen Zuspruch aus der Stadtgesellschaft. Neben der operativen Arbeit kümmern wir uns auch um die Steigerung des Verantwortungsbewusstseins der Berlinerinnen und Berliner. Unser Umweltbildungsprogramm für Kita- und Grundschulkinder ist eines der größten der Stadt. Mit regelmäßigen Sauberkeitskampagnen und frischen Ideen, zum Beispiel dem Abfalleimer-Roboter ‚Reiner‘, sensibilisieren wir außerdem die Leute für eine saubere Stadt. Wir sind auch Mitinitiatorin der Mehrwegbecher-Bewegung ‚Better World Cup‘ und damit ein starkes Signal für Abfallvermeidung. Klar ist aber ebenfalls: Um unverbesserliche Litterer konsequent zu sanktionieren, brauchen wir eine stärkere Rolle der Ordnungsämter. Nachhaltige Sauberkeit ist eine Gemeinschaftsaufgabe – das zeigt auch die vorliegende Studie.“

Katherina Reiche, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), der die kommunalen Stadtreiniger in Deutschland vertritt: „Sauberkeit ist ein Wohlfühlfaktor und trägt zur Wahrnehmung von Sicherheit bei. Stadtsauberkeit ist Lebensqualität. Dafür sorgen mehr als 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der kommunalen Abfallbetriebe in ganz Deutschland jeden Tag. Sie leeren Abfallbehälter, fegen und säubern engagiert Böden. Effektive Maßnahmen gegen Littering sind auch deshalb so wichtig, um den Reinigungsaufwand zu verringern und die damit steigenden Kosten zu verhindern, die durch Vermüllung entstehen. Unser Ansatz ist eine Dreifachstrategie: Sammeln, Sinne schärfen, Sanktionieren. Kommunale Abfallentsorger setzen dazu deutschlandweit an diesen unterschiedlichen Stellschrauben an: Sie sammeln den Müll, reagieren mit mehr und auffälligeren Abfallbehältern. Sie schärfen mit unterschiedlichen Kampagnen die Sinne. Unser Verband ist nationaler Koordinator der aktuell laufenden europäischen Frühjahrsputz-Aktion „Let‘s Clean Up Europe“. Für ein ausgeprägteres Umweltbewusstsein führen unsere Mitgliedsunternehmen Abfallberatung in Kindergärten, Schulen und Betrieben durch. Wenn diese Maßnahmen nicht greifen, sind Bußgelder die Ultima Ratio.“

Quelle: Verband kommunaler Unternehmen (VKU)

Anzeige