Wider die Verschwendung: UBA-Tagung zu Produktdesign und Abfallvermeidung

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Gebrauchtwaren-Sammlung (Foto: ©ATM)

Dessau-Roßlau — Kann die Vermeidung von Abfällen zur Schonung der natürlichen Ressourcen beitragen? Ja! Das deutsche Abfallvermeidungsprogramm hat dazu 2013 Empfehlungen formuliert. Es definiert Abfallvermeidungsziele und empfiehlt eine Vielzahl von Maßnahmen und Prüfbereichen. Wichtig für den weiteren Umsetzungserfolg des Programms ist nun, dass die unterschiedlichen Institutionen und Akteursgruppen im Land diese Empfehlungen aufgreifen, in konkrete Aktivitäten überführen und miteinander Erfahrungen und gute Beispiele austauschen.

Das Umweltbundesamt (UBA) lädt darum im europäischen Jahr des Abfalls zur Fachtagung „Abfallvermeidende Produktgestaltung und -nutzung“ am Donnerstag, dem 22. Mai 2014, ein. Die Veranstaltung will eine Plattform für einen breiten fachlichen Dialog schaffen. Neben einer Vorstellung aktueller Aktivitäten werden bereits bestehende Ansätze  und Lösungmöglichkeiten vorgestellt. Im Mittelpunkt der Tagung steht das Handlungsfeld Abfallvermeidende Produktgestaltung und -nutzung. Die Veranstaltung will damit die Plattform für einen breiten fachlichen Dialog schaffen. Neben einer Vorstellung aktueller Aktivitäten unseres Hauses und bereits bestehender guter Ansätze werden Arbeitsgruppen die Möglichkeit für einen besonders intensiven Austausch zu Perspektiven und Grenzen spezieller Maßnahmen bieten.

Drei Arbeitsgruppen werden sich mit ausgewählten Aspekten der produktbezogenen Abfallvermeidung befassen:

1.    Herstellung – reparierbare und langlebige Produkte

Zunehmend kürzere Produktzyklen, getrieben durch Markt- und Modetrends sowie schnelle technische Innovationen, aber auch durch das  vorzeitige Ende der Nutzbarkeit von Produkten aufgrund von Schwachstellen aus Produktgestaltung und Herstellung (Stichwort Obsoleszenz) führen zum Anstieg wertstoffhaltiger Abfallmengen und somit zur Ressourcenverschwendung und steigender Umweltinanspruchnahme. Den Lebenszyklusstufen „Design“ und „Herstellung“ von Produkten kommt deshalb eine zentrale Bedeutung bei der Abfallvermeidung zu, da hier die beiden Produkteigenschaften „technische Lebensdauer“ und „Reparierbarkeit“ maßgeblich geprägt werden. Diese Möglichkeit wird aus Sicht des Ressourcenschutzes bislang noch nicht in vollem Umfang genutzt.

2.    Wiederverwendung – Sammeln, Prüfen, Reparieren, Aufrüsten und Qualitätssichern

Die Weiter- und Wiederverwendung von Produkten kann maßgeblich zur Abfallvermeidung und nachhaltigen Entwicklung beitragen, da die Umwelt und Ressourcen durch Verlängerung der Lebensdauer von Produkten geschont werden und der regionale Erhalt und Ausbau von Know-how und Arbeitsvermögen durch ökonomische Prozesse, die mit der Wieder- und Weiterverwendung verbunden sind, gefördert wird. Zwar existieren eine Reihe guter Ansätze und Beispiele; dennoch zeigen sich aber bei der praktischen Umsetzung von attraktiven und kostenseitig konkurrenzfähigen Wartungs-/Reparaturangeboten sowie funktionsfähiger Aufbereitungsstrukturen eine Reihe von Hemmnissen und Hürden, die es bislang verhindern, dass dieses Potenziale in der Breite erschlossen werden.

3. Gebrauchtwarenhandel – Wirksame und nachhaltige Formen

Die Nachfrage nach und der Absatz von gebrauchten und/oder aufbereiteten Produkten sind zentrale Stellgrößen bei der Umweltentlastung durch eine verstärkte Weiter- und Wiederverwendung von Produkten. In den vergangenen Jahren haben sich hier zahlreiche neue Geschäftsmodelle entwickelt. Dies sind vor allem internetgestützte Dienstleistungen und Vertriebsformen, aber auch  klassische Gebrauchtwarenhäuser, die sich vor allem im urbanen Kontext „revitalisieren“.
Mit dem Internet konnten unzweifelhaft neue Absatzwege für den Gebrauchtwarenhandel erschlossen werden. Dennoch liegen hier noch deutliche weitere, bislang nicht erschlossene Absatzpotenziale. Beim Gebrauchtwarenhandel allgemein und beim Internetvertrieb im Besonderen müssen allerdings auch die hiermit verbundenen Umweltbelastungen  beachtet werden. So sind nicht alle gebrauchten Güter umwelteffizienter als neue Produkte und bergen online-Geschäfte die Gefahr allzu langer Transportwege.

Weitere Informationen sind unter umweltbundesamt.de(1) erhältlich oder dem Programmflyer unter umweltbundesamt.de(2) zu entnehmen.

Quelle: Umweltbundesamt