Internationales Interesse: Israels Umweltminister Peretz zu Besuch bei ALBA

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Israels Umweltminister besucht ALBA (v.l.n.r.: Dr. Barbara Hendricks, Amir Peretz, Dr. Eric Schweitzer; Foto: ALBA-Group)

Berlin —Vor dem Hintergrund zahlreicher anstehender Gesetzgebungsvorhaben für ein besseres Recycling besuchten heute Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks und der israelische Umweltminister Amir Peretz die Sortieranlage der ALBA Group für Wertstoffe und Leichtverpackungen in Berlin-Mahlsdorf. In Anwesenheit von Dr. Eric Schweitzer, dem Vorstandsvorsitzenden der ALBA Group, überzeugten sich die beiden Politiker vom hohen Standard der deutschen Recyclingtechnologie.

Israel hat in den letzten Jahren eine Reihe von Anstrengungen unternommen, die Recyclingraten zu steigern und die Deponierung von Abfällen zu reduzieren. Im Mittelpunkt des Besuchs stand daher auch ein Gedankenaustausch zu Fragen der Organisation, Finanzierung und den notwendigen politischen Rahmenbedingungen für die Entwicklung einer modernen Kreislaufwirtschaft.

Neben der Sortieranlage für Leichtverpackungen von ALBA besuchte die israelische Delegation auch das Ver- und Entsorgungszentrum (VEZ) am Potsdamer Platz sowie eine Mechanisch-Physikalische Stabilisierungsanlage in Reinickendorf.

Kein neues Gesetzgebungsverfahren

In der Mahlsdorfer Anlage werden pro Jahr rund 140.000 Tonnen Abfälle aus der Sammlung der Berliner Wertstofftonne sowie aus den Sammlungen der dualen Systeme aus angrenzenden Bundesländern sortiert. Das Berliner Modell der Wertstofftonne wurde im Januar 2013 als Gemeinschaftsprojekt von ALBA und den Berliner Stadtreinigungsbetrieben eingeführt. „Die erweiterte Wertstofferfassung funktioniert in Berlin ausgezeichnet und ist in dieser Form wegweisend für viele Kommunen in Deutschland. Die hier erfolgreich praktizierte Zusammenarbeit zwischen privaten und kommunalen Partnern auf Basis der bestehenden Verpackungsverordnung ist ein Beleg dafür, dass es für die flächendeckende Einführung der Wertstofftonne keines Wertstoffgesetzes bedarf“, erklärte Eric Schweitzer. „Das Berliner Modell der Wertstofftonne könnte bundesweit als Blaupause dienen.“

Ein neues und absehbar langwieriges Gesetzgebungsverfahren würde, so Schweitzer, keine Vorteile für den Recyclingstandort Deutschland bringen. Diese Erfahrung hätten alle Beteiligten bei der Neufassung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes gemacht. Dieses Gesetz habe für keine zusätzlichen Investitionen in die Kreislauf- und Sekundärrohstoffwirtschaft gesorgt, sondern stattdessen zu endlosen Auseinandersetzungen zwischen privaten Entsorgern und Kommunen geführt.

Die Berliner Sortieranlage der ALBA Group, die im Jahr 2005 eröffnet wurde, vereint modernste Umwelttechnologie mit über 45-jährigem Know-how von ALBA. So genannte Wertstofftrenner separieren beispielsweise die in einer Halle angelieferten Abfälle in die unterschiedlichen Fraktionen, wie Kunststoffarten, Metalle etc. Modernste Technik ermöglicht es, schnell und flexibel auf Modifikationen des angelieferten Materials zu reagieren. Die so wiedergewonnenen Wertstoffe entsprechen nach Schweitzers Darstellung höchsten Qualitätsanforderungen und werden so nach der Sortierung in Ballen gepresst zum begehrten Rohstoff in der Verwertung.

VEZ besichtigt

Neben der Besichtigung der Mahlsdorfer Sortieranlage besuchte Amir Peretz auch das Versorgungs- und Entsorgungszentrum (VEZ) am Potsdamer Platz sowie die Anlage zur Produktion von Grüner Kohle aus Restabfällen, die die ALBA Group gemeinsam mit den Berliner Stadtreinigungsbetrieben in Berlin-Reinickendorf betreibt.

Das VEZ, das von ALBA seit 1998 betrieben wird, ist das zentrale Logistikzentrum für den Potsdamer Platz. 15 Meter unter der Oberfläche werden auf 4.800 Quadratmetern sämtliche Waren für die 30 Restaurants, zwei Hotels und 130 Geschäfte am Potsdamer Platz von täglich 160 Lkw angeliefert und dann verteilt. Parallel dazu wird hier der gesamte anfallende Abfall – 3.000 Tonnen pro Jahr – erfasst und entsorgt .

Die Reinickendorfer MPS-Anlage bereitet Abfall in einem modernen, eigens von ALBA entwickelten Verfahren auf. Das angelieferte Material wird zerkleinert, getrocknet und in verwertbare Komponenten getrennt. Die nicht für das Recycling geeigneten Bestandteile werden anschließend zu Ersatzbrennstoffen, so genannter Grüner Kohle, verarbeitet, die in Kraftwerken zum Einsatz kommen und dort fossile Energieträger ersetzen.

Quelle: ALBA Group