Rund 70 Prozent der Österreicher trennen Bioabfall

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Jungbäuerin Vanessa Jüly, VOEB-Präsident Hans Roth, Unternehmerin Gaby Jüly-min (Foto: VOEB)

Aktuelle Studie im Auftrag des VOEB: Vorarlberger, Steirer und Oberösterreicher sind Spitzenreiter bei der Trennung von Bioabfall, in 41 Prozent der österreichischen Haushalte wird er sogar kompostiert. Die Abfallwirtschaft verwandelt den gesammelten Bioabfall in wertvollen Rohstoff, der als Dünger für die Landwirtschaft genutzt wird.

Was haben frisch geschnittener Rasen, Kartoffelschalen und Kaffeesud gemeinsam? Sie gehören in den Bioabfall – und die Österreicher halten sich daran. Eine repräsentative Studie anlässlich des Tages der Erde am 22. April zeigt, dass 70 Prozent der Österreicher Bioabfall konsequent trennen. Im Auftrag des VOEB-Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe befragte das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent.com im März 2018 insgesamt 1.500 webaktive Österreicherinnen und Österreicher im Alter von 14 bis 69 Jahren zum Thema „Müll“.

Spitzenreiter bei der Trennung von Bioabfall sind die Vorarlberger (87 %), gefolgt von den Steirern (85 %) und den Oberösterreichern (80 %). Die Abfallwirtschaft dankt es ihnen: Im Jahr 2015 wurden österreichweit über 900.000 Tonnen biogene Abfälle gesammelt, aus denen wertvoller Kompost erstellt wird. Dieser wird als Blumenerde aber auch für die Landwirtschaft als hervorragender Dünger genützt. In vier von zehn Haushalten wird der Biomüll sogar selbst kompostiert, weitere 28 Prozent der Befragten würden es gerne ausprobieren. „Es gibt also noch Potenzial“, fasst Hans Roth, Präsident des VOEB zusammen. „Und zwar sowohl bei all jenen, die ihren Biomüll noch nicht trennen, als auch bei der eigenen Kompostierung. Biogener Abfall ist einfach zu kostbar, um im Restmüll zu landen.“

Was passiert mit dem Bioabfall?

Aus Bioabfall wird wertvoller Dünger, der sowohl für den eigenen Garten als auch für die Landwirtschaft genutzt werden kann. Die niederösterreichische Firma Abfallservice Jüly zeigt, wie dieser Kreislauf funktioniert: Im Bezirk Bruck an der Leitha erhält jeder Haushalt eine Biotonne, die wöchentlich entleert wird. Der gesammelte Bioabfall wird in das Kompostwerk geliefert und dort zusammen mit gehäckseltem Grünschnitt vermengt. Diese Mischung wird anschließend in sogenannten Kompostmieten aufgebracht. Innerhalb von sechs Wochen erfolgt die Umwandlung von Bioabfall zu Kompost. Dabei werden in den Kompostmieten Temperaturen bis zu 70 Grad Celsius erreicht – dadurch werden auch Krankheitskeime, Schneckeneier etc. abgetötet. Der entstandene Kompost wird anschließend für die hauseigene Landwirtschaft als Dünger genutzt. Geschäftsführerin Gaby Jüly: „Bei uns wird Biomüll aus dem gesamten Bezirk erfolgreich wiederverwertet, dadurch produzieren wir 3.000 Tonnen Fertigkompost pro Jahr.“

Stadt-Land-Gefälle

Wenig überraschend trennen Befragte, die am Land oder im Einzugsgebiet einer Stadt leben, deutlich öfter ihren Bioabfall als Stadtbewohner (80 versus 57 %) und kompostieren ihn doppelt so oft (54 versus 25 %). So trennen auch nur 36 Prozent der Wiener ihren Bioabfall und nur 15 Prozent kompostieren ihn auch. Im Gegensatz dazu sind die Kärntner mit 61 Prozent wahre Kompostierungsmeister. Das Alter spielt bei der Frage, ob Bioabfall getrennt wird oder nicht, eine untergeordnete Rolle. Junge Befragte bis 19 Jahre (77 %) und Ältere ab 60 Jahren (75 %) trennen eher ihren Bioabfall, die meisten anderen Altersgruppen liegen im Mittelfeld. Einzig zwischen 20 und 29 Jahren gibt es einen deutlichen Einbruch: nur 62 Prozent können sich für die Trennung von Bioabfall begeistern.

Was in die Biotonne gehört: Gartenabfälle (Rasenschnitt, Laub, Strauchschnitt, Blumen, Pflanzen, Fallobst, Ernterückstände) und Küchenabfälle (ungewürzte und ungekochte Obst- und Gemüseabfälle, Eierschalen, Brotreste, Speise- und Lebensmittelreste), wobei es aufgrund regionaler Gegebenheiten zu unterschiedlichen Bestimmungen oder Anforderungen in der Bioabfallsammlung kommen kann.

Quelle: VOEB

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