Hannover Messe: BAM zeigt innovative, praxisorientierte Forschung

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Foto: BAM/Michael Danner

Auf der Hannover Messe 2018 vom 23. bis 27. April präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) Forschungsprojekte zur additiven Fertigung für die Raumfahrt, nachhaltigem Bio-Beton und dem Dünger der Zukunft aus recyceltem Phosphor.

Außerdem stellt die BAM ihr Startup-Programm vor und zeigt die Erfolgsgeschichte des jungen Chemie-Unternehmens Belyntic. „Innovative Forschung ist der Motor der Zukunft“, erklärt BAM-Präsident Prof. Dr. Ulrich Panne. „Auf der Hannover Messe zeigt die BAM, wie wir zukunftsorientierte Lösungen für die Raumfahrt, die Baubranche oder für die Landwirtschaft entwickeln und damit einen wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie leisten.“ Der BAM-Stand auf der Research & Technology, Halle 2, Stand C51, gibt Besuchern der Messe einen spannenden Einblick in die Arbeit einer Ressortforschungseinrichtung.

3D-Druck in der Schwerelosigkeit

Im Themenfeld Material zeigt die BAM, wie Astronauten zukünftig auf einer Weltraummission Werkzeuge oder Ersatzteile bei Bedarf per 3D-Druck selbst herstellen können. Pulverbasierte, additive Fertigung unter Schwerelosigkeit lautet das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Schichten eines fließfähigen Pulvers mittels 3D-Druck hergestellt wird. Die Herausforderung dabei besteht darin, das Pulverbett ohne Gravitation zu stabilisieren. Die BAM-Wissenschaftler haben eine innovative Methode entwickelt, mit der das Pulver unter einer Schutzgasatmosphäre verarbeitet werden kann.

Start-up mit BAM-Know-how

Das Exponat im Themenfeld Analytical Sciences präsentiert die Erfolgsgeschichte des Start-ups Belyntic. Das junge Unternehmen hat eine neue Methode zur Reinigung von chemisch hergestellten Peptiden entwickelt, die den Laboralltag erleichtern kann. Mit ihrem Catch & Release-Verfahren kann eine Vielzahl von Peptiden gleichzeitig gereinigt werden, ganz ohne aufwendige Laboranlagen. Unterstützung erhielt Belyntic von Anfang an von der BAM, die den Gründern mit Know-how im Bereich Arbeitsschutz und Qualitätsmanagement zur Seite steht und ihnen eine exzellente Forschungsinfrastruktur an ihrem Standort in Adlershof bereitstellt.

Ein Haus aus Bio-Beton

Ihre Forschung zu umweltfreundlichen Baustoffen stellt die BAM im Themenfeld Infrastruktur vor. Auf der Suche nach leistungsfähigem und gleichzeitig nachhaltigerem Beton erforscht die BAM, inwieweit pflanzliche Stoffe als Zusatzstoffe infrage kommen. Die Wissenschaftler experimentieren dazu unter anderem mit Kokosfasern, Akaziensaft oder Cassavaschalen und prüfen, wie belastbar der Bio-Beton im Vergleich zu herkömmlichen Mischungen ist.

Phosphor für den Dünger der Zukunft

Im Themenfeld Umwelt präsentiert die BAM ihre Forschung zum Düngemittel der Zukunft, das den Nährstoff Phosphor genau dann an die Pflanze abgibt, wenn sie diese braucht. Ohne Phosphor geht (fast) nichts: Alle Lebewesen brauchen den Nährstoff und müssen ihn über die Nahrung aufnehmen. Obwohl Phosphor ein wertvoller Rohstoff ist, geht er als Klärschlammasche auf Deponien meist verloren. Die BAM entwickelt thermochemische Verfahren, mit denen der Nährstoff aus Klärschlammasche zurückgewonnen und in Dünger wiederverwendet werden kann.

Quelle: Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)