Neue Handlungsanleitung „Kunststoff-Verwertung“ zeigt Schutzmaßnahmen

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Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

Dortmund — Eine neue  Handlungsanleitung “Kunststoffverwertung – Tätigkeiten mit Gefahrstoffen und biologischen Arbeitsstoffen bei der werkstofflichen Verwertung von Kunststoffen“ bietet eine branchenspezifische Hilfestellung zur Gefährdungsbeurteilung und hilft bei der Auswahl geeigneter Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten zur Verwertung von Kunststoffabfällen. Sie unterstützt den Arbeitgeber bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung und Wirksamkeitsprüfung von Schutzmaßnahmen. Die Handlungsanleitung stellt ein vom Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) als VSK anerkanntes standardisiertes Arbeitsverfahren dar.

Gehen Beschäftigte Tätigkeiten mit Gefahrstoffen nach oder werden bei diesen Tätigkeiten Gefahrstoffe freigesetzt, so ist der Arbeitgeber nach der Gefahrstoffverordnung verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz durchzuführen und Maßnahmen zur Sicherheit und zum Schutz der Gesundheit der Beschäftigten zu treffen. Die gleiche Vorgehensweise gilt entsprechend Biostoffverordnung (BioStoffV) auch für Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen.

Bei der Festlegung der Schutzmaßnahmen ist die Rangfolge Substitution (Ersatz durch weniger gefährliche Stoffe oder Verfahren), technische Minimierung der Expositionen, organisatorische Maßnahmen und personengetragene Maßnahmen zu beachten. Für Gefahrstoffe mit Arbeitsplatzgrenzwert ist deren Einhaltung durch Arbeitsplatzmessungen zu ermitteln (TRGS 402), sofern keine gleichwertigen Beurteilungsverfahren beschrieben sind.

Zur Erstellung der Handlungsanleitng wurde die bisherige LASI-Veröffentlichung LV 32 von den Messstellen der Bundesländer Baden-Württemberg und Hessen, dem Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und dem Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung unter Einbeziehung neuer Daten überarbeitet.

Die Handlungsanleitung kann im Zusammenhang mit Gefährdungen durch freigesetzte Stäube als standardisiertes Arbeitsverfahren nach TRGS 400 auf der Grundlage der Gefahrstoffverordnung angewendet werden. Arbeitsplatzmessungen sind dann im Regelfall nicht erforderlich.

Die „Handlungsanleitung zur guten Arbeitspraxis: Kunststoffverwertung – Tätigkeiten mit Gefahrstoffen und biologischen Arbeitsstoffen bei der werkstofflichen Verwertung von Kunststoffen“ kann kostenfrei unter baua.de heruntergeladen werden.

Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)