Bio-Abfälle und Phosphor-Rückgewinnung: Zukunftsthemen bei der IFAT 2014

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Klärschlamm-Ausbringung (Foto: ©Thomas Max Mueller / http://www.pixelio.de)

München — Biogene Abfälle haben auch im fachlichen Rahmenprogramm der IFAT 2014 eine wichtige Rolle gespielt. In einer Veranstaltung des bayerischen Umweltministeriums wurden beispielsweise verschiedene Verfahren vorgestellt, die Phosphate aus Klärschlamm zurückgewinnen.

Zuvor betonte der ehemalige Bundesumweltminister Prof. Dr. Klaus Töpfer, dass Phosphate elementar wichtig für das Pflanzenwachstum seien. Gleich, ob Pflanzen für Lebens- und Futtermittel oder für biobasierte Stoffe und Energie angebaut werden – Voraussetzung sei die Zufuhr von Phosphor. Aber die Phosphorvorräte in der Welt sind begrenzt. Unter Experten sei umstritten, ob die Vorräte 50, 130 oder mehr als 200 Jahre reichten. Aufgrund der enorm wachsenden Weltbevölkerung werde jedenfalls auch der Phosphorverbrauch enorm zunehmen.

Das machte auch der bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber in seinem Vortrag deutlich. Für den Freistaat Bayern sei deshalb die effiziente Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm einer der Schwerpunkte der bayerischen Recyclingpolitik. „Wir brauchen eine globale Rohstoffwende: Abfälle sind die Rohstoffe der Zukunft. Eine wichtige Rolle spielt die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm, um den Phosphorkreislauf zu schließen. In Kläranlagen sammeln sich große Mengen Phosphor wie in einem Flaschenhals. Hier kann der dringend benötigte Phosphor in großem Stil recycelt werden“, so Huber.

Noch keine praktikable Lösung in Sicht

bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock setzte sich in der Diskussion dafür ein, dass alle Anstrengungen unternommen werden müssten, um diesem Ziel gerecht zu werden. Er erteilte deshalb allen Bestrebungen eine klare Absage, die Ausbringung von qualitätsgesicherten und geeigneten Klärschlämmen auf Ackerflächen zu verbieten, ehe ausgereifte und marktfähige Techniken zur Phosphatgewinnung aus Klärschlämmen verfügbar seien. Momentan gebe es nur eine Reihe von vielversprechenden Forschungs- und Versuchsansätzen. Von einer praktikablen Lösung sei man noch einige Jahre entfernt.

Kooperationen schließen, Synergien nutzen

Auf einer weiteren IFAT-Podiumsdiskussion, die das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) veranstaltete, ging es um den beabsichtigten Ausbau der Sammlung Biogener Abfälle und die daraus resultierenden Konsequenzen. Dabei warnte Bernd Jörg, Vorstandsmitglied im bvse-Fachverband Ersatzbrennstoffe, Altholz und Biogene Abfälle, eindringlich vor einer Kostenexplosion durch neue Anlagenkapazitäten.

Trotz des Ausbaus der Sammlung müsse nicht in jedem Landkreis eine neue Anlage entstehen. Vielmehr sollten Kooperationen geschlossen und Synergien genutzt werden. Darüber hinaus sieht er die Kommunen in der Pflicht, die Bürger noch besser zu sensibilisieren. Gerade bei der Vergärung führten Störstoffe wie Glas und Folien immer wieder zu Problemen, dem könnte man mit mehr Information entgegenwirken.

Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.