Rohstoffpreise: Möglicher Handelskrieg sorgt für Eintrübungen

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Foto: Jürgen Kroll

IKB Information Rohstoffpreise: Die Weltrohstoffpreise gingen im März 2018 weitgehend seitwärts (+0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat). In Inlandswährung gerechnet, betrug der Anstieg aufgrund des geringfügig stärkeren US-Dollar 0,5 Prozent. Insbesondere börsennotierte Metalle gerieten aufgrund von Sorgen über einen durch die USA ausgelösten Handelskrieg in der zweiten Monatshälfte unter Druck. Höhere Lagerbestände an den Börsen und Rückgänge bei etlichen industriellen Einkaufsindikatoren taten ein Übriges.

Zwar wurden mittlerweile die EU sowie die wichtigsten Partnerländer der USA in einem ersten Schritt von den Zöllen ausgenommen, die permanenten Drohungen gegen China – aber auch die deutsche Autoindustrie – verunsichern die Märkte. Anfang April hat sich die Situation weiter verschärft. Dagegen erholte sich der Rohölpreis im Monatsverlauf von seinen Rückgängen im Februar. Die Nachfrage ist weiter ungebrochen, der Bedarf wird für 2018 im Jahresmittel auf gut 98,6 mbd (million barrel per day) geschätzt. Dem steht eine Produktion außerhalb der OPEC von 59,5 mbd gegenüber. Der gesamte Bedarf für Förderungen der OPEC ergibt somit 39,1 mbd.

Auffällig ist der starke Rückgang der Förderung des OPEC-Mitglieds Venezuela, das seit 2016 weitere 0,5 mbd weniger fördert und von seinen früheren Produktionsvolumina weit entfernt ist. Diese Verluste werden jedoch vom Irak und Iran kompensiert. Zudem hat sich die Förderung in Libyen erholt. Trotz langsam sinkender Vorräte ist die Versorgung noch sehr gut. Von daher sieht die IKB Deutsche Industriebank AG den Rohölpreis bis Ende des zweiten Quartals in einer Bewegung um bis Ende des zweiten Quartals in einer Bewegung um

67 US-$ je Barrel Brent. Auch die Versorgung mit Erdgas ist auf dem europäischen Markt unverändert zufriedenstellend. Nachdem sich der Grenzübergangspreis nach Deutschland zuletzt stabilisierte, besteht hier noch etwas Anstiegspotenzial, welches jedoch in den Sommermonaten korrigiert werden dürfte.

Der erneute Zinsschritt der Fed und die robuste US-Konjunktur sollten dem Dollar Auftrieb geben. Allerdings können die protektionistische US-Handelspolitik und die Gegenreaktionen zu Verunsicherungen der Devisenmärkte führen. Starke Kursreaktionen und Druck auf den US-Dollar wären die Folgen.

Preise für Stahl und Schrott – Marktrends

Bis Ende Februar 2018 wuchs die globale Rohstahlproduktion um 4 %, wozu vor allem der Anstieg von knapp 6 % in China beitrug. Die Erzeugung in der EU stagnierte, diejenige in Nordamerika war erneut rückläufig. Die angekündigten Strafzölle auf Stahlimporte dürften erst mittelfristig Wirkung zeigen. Die Schrottpreise legten auf breiter Basis zu und kompensierten die Delle vom Jahresanfang. Dagegen gaben die Erznotierungen kräftig nach. Europaweit erhöhten sich die Warmbreitbandpreise um rund 1 %, verzinkte Bleche stagnierten und Walzdraht reduzierte sich um gut 1,5 %. Tendenz: Schrott geht im April seitwärts, im Mai leichter Anstieg. Walzdraht mit weiterem leichtem Minus, Warmbreitband und verzinkte Bleche mit Anstiegspotenzial (+2 %).

Preise für Öl und Gas – Marktrends

Ende März 2018 betrugen die Rohöl-Lagerbestände in den USA 425 Mio. Barrel. Damit unterschreiten sie den Vorjahresstand um 20 %. Die Bestände der übrigen Destillate liegen um 15 %, die Propanvorräte um 13 % niedriger. Benzin ist auf Vorjahresniveau. Die weltweite Versorgung mit Rohöl profitiert auch von der erhöhten Förderung in den USA. Der Abbau der amerikanischen Lagerbestände scheint aber gestoppt. Die Erdgasversorgung in Europa ist gut. Die festeren Rohölpreise der letzten Monate dürften jedoch den deutschen Grenzübergangspreis für Erdgas erhöhen. Tendenz: IKB sieht den Rohölpreis bis Ende Juni 2018 in einer Bewegung um 67 US-$ je Barrel Brent, die amerikanische Sorte WTI liegt rund 4 US-$ darunter. Der Grenzübergangspreis für Erdgas hat leichtes Aufwärtspotenzial.

Aluminiumpreise – Marktrends

In den ersten beiden Monaten 2018 lag die globale Aluminiumproduktion unter Vorjahresniveau. In China ist es im Umfeld des chinesischen Neujahresfestes und des Volkskongresses (aus Umweltaspekten) zu erheblichen Abschaltungen gekommen. Die investive Nachfrage stagnierte weitgehend. Es kam zu einer beträchtlichen Aufstockung der Lagerbestände an den globalen Börsen, die jedoch immer noch weit von früheren Höchstständen entfernt sind. Dies bewirkte eine Reduktion des Preisniveaus im Verlauf des März 2018. Tendenz: Für Primäraluminium erwartet IKB in den nächsten zwei Monaten eine Bewegung um 2.050 US-$/Tonne in einer Bandbreite von 200 US-$. Die Preise für die Recyclinglegierung bewegen sich 250 US-$ darunter.

Kupferpreise – Markttrends

Die Weltkupferminenproduktion sank 2017 um 2 %, dürfte jedoch 2018 deutlich zulegen. Dagegen erhöhten sich die Raffinadeproduktion (infolge höherer Recyclingproduktion) und der Verbrauch um jeweils gut 0,6 %. Das Jahr schloss mit einem Angebotsdefizit von 163.000 Tonnen ab. Dieses dürfte sich 2018 deutlich verringern, der Markt könnte balanciert sein. Die Lagerbestände an den Metallbörsen zogen Ende März 2018 an, dürften jedoch im Verlauf des zweiten Quartals 2018 zurückgehen. Die investive Nachfrage reduzierte sich um rund 10 %. Insgesamt gab der Kupferpreis im März deutlich nach. Tendenz: Die aktuell gute Versorgung und das Fehlen von Produktionsstörungen halten den Kupferpreis um die Marke von 6.700 US-$/Tonne in einem Band von 500 US-$.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank AG